Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vom Müde- zum Muntermacher: Wohnungswirtschaft fördert seit zehn Jahren Gesundheitssport für Senioren

Muskelkater kennt niemand mehr * Überschrift 28pt * Überschrift 28pt * Basketball * Wieder ein "Alles oder Nichts"?

Immer in Bewegung bleiben: In der Gruppe bereitet das Sporttreiben mehr Freude und man trainiert auch ernsthafter, sagen die Senioren, die einmal in der Woche zur Übungsstunde bei der Wohnungswirtschaft kommen. In der Adventszeit ist auch der Weihnachtswi
Immer in Bewegung bleiben: In der Gruppe bereitet das Sporttreiben mehr Freude und man trainiert auch ernsthafter, sagen die Senioren, die einmal in der Woche zur Übungsstunde bei der Wohnungswirtschaft kommen. In der Adventszeit ist auch der Weihnachtswi © Foto: Heinz Köhler
Hans Eberhard / 08.12.2017, 05:22 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Montagvormittagsstunde ist ihnen heilig. Elf Frauen und fünf Männer nehmen statt des Fahrstuhls meist die Treppe in die 4. Etage des WoWi-Gebäudes zum wöchentlichen Sport. Was vor zehn Jahren als Gesundheitssport für Senioren "60 plus" begann, ist mittlerweile eine Gruppe der Ü 70 geworden.

Der lockeren Erwärmung mit Gymnastik folgen Übungen am Stuhl und auf der Matte. Der ganze Körper wird bewegt, beansprucht. "Man braucht Bewegung und das macht in der Gruppe Spaß", sagt Renate Lenhardt. Die einstige Großhandelskauffrau und Tischtennis-Spielerin ist seit Jahren dabei und möchte in der Montagsrunde nicht fehlen. Ihr Lebenspartner Helmut bewegt sich auch, "sogar dreimal wöchentlich", verrät die 80-Jährige. "Allerdings im Fitnessstudio, da fühlt er sich als Mann wohl besser aufgehoben", vermutet sie.

"In der Gruppe macht es mehr Freude als zu Hause", urteilt Rosemarie Rittner (78). "Allein daheim nimmt man es mit den Übungen nicht so genau, da betrügt man sich oft", sagt sie. Wegen der Alterserkrankung der Knochen (Osteoporose) hat sie sich für das Ausdauer- und muskelaufbauende Training entschieden. "Das hilft mittelfristig", ist sie überzeugt. "Aber stürzen darf ich nicht." Beweglich und gesund bleiben will auch Ruth Claas (79). "Die Stunde hier ist anstrengend vom Kopf bis zu den Füßen", schätzt sie ein. "Aber das muss so sein, ist gut so. Man will ja nicht nur den Alltag mit dem Haushalt bewältigen, man will sich ja auch mit Kindern und Enkeln bewegen - nicht nur beim Fahrradfahren." Der Gesundheitssport, den die Wohnungswirtschaft gemeinsam mit dem Mieterbeirat vor zehn Jahren initiiert hat, ist also nicht gleichzusetzen mit Krankengymnastik, sondern eher eine sinnvolle Ergänzung der Freizeitaktivitäten. Und er lässt Raum für Freude und Freunde. Ursula Höpner (79) ist aufgefallen: "Wenn man einmal fehlt wegen Krankheit oder Urlaub, da spürt man, dass einem was fehlt. Der Wiedereinstieg fällt dann schwerer."

Einen Muskelkater nach der Sportstunde hat keine(r) mehr, auch nicht das Ehepaar Fritz und Roselore Lüben. Und wenn ja, hat man etwas falsch gemacht, übertrieben. Aber darauf achtet Übungsleiter Wolfgang Höhne, der seit vielen Jahren die Gruppe betreut, peinlich genau, dosiert - und bringt auch den Spaß herüber. "Er verlangt nur so viel, wie jeder kann", sagt Renate Lenhardt. Mitleidsvolles Lächeln ist unangebracht. Wer einmal mitgemacht hat, spürt danach jeden Muskel, jeden Knochen. Und kommt vielleicht immer öfter, weil er sich gelenkiger fühlt, seine Leistungsfähigkeit im Alter erhalten oder verbessern will. Am Anfang kommt dieser Sport für Ungeübte wegen der körperlichen Anstrengung eher als "Müdemacher"daher, wissen diese Frauen und Männer aus Erfahrung. "Aber nach dem Gewöhnen wird er zum Muntermacher und macht Spaß." Anders gesagt: Richtig ausgeübter Gesundheitssport ist die beste, natürlichste und preiswerteste Medizin.

Ein prominenter Name fehlt nicht in der Runde: Ex-Handballer Josef Rose. Der 96-malige DDR-Nationalspieler war zweimal Vize-Weltmeister, gewann 1974 mit dem Frankfurter ASK den Europacup und die Landesmeisterschaft. In den 70er Jahren war er als quirliger und wurfgewaltiger Rechtsaußen der Publikumsliebling in der Kamieth-Halle. Der ehemalige Leistungssportler hat nach zwei Bandscheibenvorfällen sein Übungsprogramm neben dem Fitness-Training beim USC Viadrina hier noch aufgestockt. "Gartenfreunde gaben mir vor einem halben Jahr den Tip", ist der 74-Jährige froh. "Ich bin sehr zufrieden, die Übungen tun mir und dem Rücken gut."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG