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Wendemarker Familie aus der Lindenallee verzweifelt über nassen Keller und feuchte Wände nach den Regenfällen

Ungewolltes Wassergrundstück

See vor der Tür: So sah es Ende November vor dem Haus der Familie Dämering/Kolberg in der Wendemarker Lindenallee aus. Bei dem Dauerregen mehrere Tage hintereinander lief das Wasser vom Hang über Wege auf die andere Straßenseite und in das Haus
See vor der Tür: So sah es Ende November vor dem Haus der Familie Dämering/Kolberg in der Wendemarker Lindenallee aus. Bei dem Dauerregen mehrere Tage hintereinander lief das Wasser vom Hang über Wege auf die andere Straßenseite und in das Haus © Foto: Frank Dämering
Kerstin Unger / 08.12.2017, 06:22 Uhr
Passow-Wendemark (MOZ) Der größte Feind der Wendemarker Einwohner ist seit einiger Zeit das Wasser. Bei dem häufigen Regen Ende November sind Grundstücke durchnässt. Bei Familie Dämering/Kolberg lief es sogar in den Keller. Bisher blieben ihre Beschwerden ohne Reaktion.

Die Nerven von Silke Kolberg und Frank Dämering liegen inzwischen blank. Vor ein paar Jahren haben sie sich ein Haus in der Wendemarker Lindenallee gekauft. Der Ärger begann nach dem Ende des Straßenbaus. Die Ortsdurchfahrt wurde als Teil des Oder-Welse-Radweges neu hergerichtet. Seitdem, so berichtet das Paar, habe es ein Wasserproblem. Regenwasser fließt vom Hang gegenüber der Straße die Wege hinunter und läuft auf die Grundstücke. Vor ihrem Haus wurde im Gegensatz zu Nachbargrundstücken kein Graben gezogen, wo sich das Regenwasser sammeln kann. Angeblich hätten die Wurzeln eines Baumes, der an der Seite steht, Schaden nehmen können. Stattdessen läuft das Wasser nun zum Haus und auch hinein. Vor einigen Tagen stand der Keller unter Wasser.

Inzwischen zieht sich die Feuchtigkeit auch die Wände im Flur schon einen halben Meter hoch. Im vergangenen Jahr sei man bei Starkregen dreimal hintereinander abgesoffen, erzählt Silke Kolberg. "Auch Nachbarn waren betroffen. Da stand die Ölheizung unter Wasser. Als diese um Hilfe riefen, sei ihnen gesagt worden: Wenn sie die Feuerwehr anfordern, müssten sie den Einsatz bezahlen." Frank Dämering und Silke Kolberg haben ständig Angst vor dem nächsten Regen und nun auch vor dem bevorstehenden Winter, wenn es schneit und später taut. Ihr Hof ist seit Wochen so durchtränkt, dass sie ihn nicht pflastern konnten.

"Vor dem Straßenbau war es nicht so extrem", meint Frank Dämering. Er vermutet Fehler bei den erbrachten Arbeiten, zumindest bei der Regenentwässerung. Eigene Grabungen im Vorgarten hätten nichts gebracht. "Die Straße neigt sich zu den Gebäuden hin. Es kann doch nicht sein, dass das Wasser zu uns läuft", so der Wendemarker.

Seiner Meinung nach müsste eine Leitung vom Graben vor dem Nachbargrundstück zum Abfluss gelegt werden, wo bisher nichts ankommt. Die Familie fordert eine Vor-Ort-Begehung durch einen Sachverständigen. "Es muss eine Lösung gefunden werden", meinen sie.

Als Ortsvorsteher Silvio Moritz die Fotos sah, stimmte er zu, dass eine Lösung gefunden werden muss. In der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend sprach er das Problem an. "Vielleicht sollten wir doch mal reden, wie wir das in Angriff nehmen können", sagte er. Es liege garantiert nicht an der neuen Straße, meinte er. "Aber wir müssen eine Lösung finden, wenn das Wasser schon bis im Keller steht." Amtsdirektor Detlef Krause erklärte, dass das Amt schon ein Schreiben an die Familie geschickt habe und dass man Fotos haben möchte. "Das haben wir gestern besprochen", sagte er am Dienstagabend. Bis Mittwochabend hatten die Wendemarker noch nichts vom Amt.

Bürgermeister Walter Henke zweifelt daran, dass man eine für alle zufriedenstellende Lösung findet. Man müsse wissen, wo das Wasser herkommt, sagte er, verwies aber auch auf eine mögliche Investition.

Detlef Krause meinte abschließend: "Wir müssen gucken, wo die Ursachen liegen und wer in der Verantwortung steht." Man müsse sich dann möglicherweise auch einer rechtlichen Bewertung stellen. Der Eigentümer, so meint er, sei verpflichtet, sein Grundstück zu schützen.

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