Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Hans-Joachim Demmig (77) ist seit 50 Jahren Mediziner und findet: Nun wird es Zeit für die Rente

"Dr. MVZ" geht in den Ruhestand

Haben Großartiges geschaffen: Das Medizinerehepaar Anita und Hans-Joachim Demmig. Er geht nun in den Ruhestand, wird aber Urlaubsvertretungen übernehmen und den Neubau für das Medizinische Versorgungszentrum managen.
Haben Großartiges geschaffen: Das Medizinerehepaar Anita und Hans-Joachim Demmig. Er geht nun in den Ruhestand, wird aber Urlaubsvertretungen übernehmen und den Neubau für das Medizinische Versorgungszentrum managen. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Margrit Meier / 08.12.2017, 06:45 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Er ist ein seltener Vertreter seiner Zunft: Hans-Joachim Demmig. Denn der 77-Jährige ist seit 50 Jahren als Arzt tätig. Jetzt, hat er festgestellt, wird es Zeit, in Rente zu gehen. Was er nicht weiß: Seine Frau, Dr. Anita Demmig, hat für ihn eine Überraschungsparty vorbereitet.

Wenn sich die Bürgermeister Klaus Ahrens, Karsten Knobbe und Jürgen Henze einfinden, wenn die letzte Volkskammerpräsidentin und ehemalige Ministerin Sabine Bergmann-Pohl nach Hoppegarten reist und Kollegen von der Charité wie der Kardiologe Prof. Günter Linß oder die Rheumatologin Prof. Erika Gromnica-Ihle herbeieilen, dann muss schon etwas Besonderes los sein. Ist es auch, denn heute wird offiziell mit geladenen Gästen Abschied gefeiert, auch wenn Hans-Joachim Demmig noch bis Jahresende praktiziert.

In Breslau geboren, kam Hans-Joachim Demmig 1945 mit dem Treck in Mecklenburg-Vorpommern an, wo er seine Kindheit und Schulzeit verbrachte. Sein Abitur legte er an der Arbeiter- und-Bauern-Fakultät II in Halle (Saale) ab und studierte Medizin in Berlin an der Charité. Im November 1967 erfolgte die Approbation. Der Doktor mit der hohen kardiologischen Expertise, wie seine Frau sagt, arbeitete im medizinischen Dienst des Verkehrswesens der DDR und behandelte unendlich viele See-, Eisenbahn- und Taxifahrer. Ein Teil seiner Patienten von der Ostsee bis nach Thüringen aus dieser Zeit ist ihm bis heute treu geblieben. 1989 promovierte Dr. Demmig und ließ sich dann, nachdem er schon nebenberuflich Abendsprechstunden in Hoppegarten abgehalten hatte, am 1. Januar 1991 nieder. Und seitdem kommt der 77-Jährige nicht von der Lindenallee los, wie seine Frau witzelt. Die erste Praxis, in der er arbeitete - bei Dr. Steudel -, befand sich in der Lindenallee 14, die heute zum Rathaus-Komplex gehört. Seine erste eigene Praxis eröffnete er 1996 in der Lindenallee 22, dem heutigen Haus 3 des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ).

"Doch es war immer irgendwie zu eng, zu knapp und schon bald war klar, wir müssen weiter bauen", erinnert sich Anita Demmig. Im Dezember 2006 sprach das Medizinerpaar mit dem damaligen Hoppegartener Bürgermeister Klaus Ahrens. "Und der sagte trocken: Nehmen Sie die Villa. Das war der eigentliche Beginn für das MVZ in der Lindenallee, das mein Mann leitet", erzählt die 60-jährige Ärztin. Ohne Strom und zugemüllt präsentierte sich damals das um 1911 gebaute Haus. Doch die Demmigs haben auch das bewältigt. Nach knapp einem Jahr Vorbereitung und der dann folgenden Sanierung war das Gebäude fertig, die Kollegen konnten einziehen.

Doch schon rasch war es wieder zu klein. 2010 folgte der Anbau, das sogenannte Haus 4. Im Endeffekt besteht nun dieses Versorgungszentrum, das zum Helios Klinikum Bad Saarow gehört, aus vier Gebäuden, in denen sich neben rund 20 Medizinern vom Haus- bis zum Zahnarzt auch eine Apotheke, Hebammen und eine Physiotherapie angesiedelt haben. Doch es reicht immer noch nicht. Der Bedarf an Praxisräumen ist so enorm, dass die Demmigs im kommenden Jahr das fünfte Gebäude in Angriff nehmen wollen. Neben mehreren Medizinern, die sich niederlassen wollen, wird es auch eine Reha-Abteilung geben und will ein privater Orthopäde sein Spektrum erweitern. Anita Demmig freut sich vor allem auf ein kleines Bistro für die Patienten und Mitarbeiter.

Aber auch auf die Party heute mit geladenen Gästen für ihren Mann. Und vielleicht ist ja Zeit, dass er über seine privaten Leidenschaften berichtet. Etwa die Zoologie, für die er sich interessiert, aber auch die Psychologie der Pflanzen. Der achtfache Vater, 13-fache Großvater und zweifache Urgroßvater wird sich künftig mehr Zeit nehmen können für die vier Enkel, die in unmittelbarer Nähe, also in Neuenhagen, wohnen. Und vielleicht bereitet er ja auch den nächsten Urlaub vor. Da wollen die Demmigs wieder einen Teil des Jakobsweges laufen. "Wer das als Paar macht, muss wissen, dass man hinterher noch enger zusammengehört, weil man sich aufeinander verlassen können muss, oder man trennt sich. Das ist ein Super-Ehetest", lacht Anita Demmig, die stolz ist auf ihren Mann, mit dem sie gemeinsam auf so ein großes Werk in Hoppegarten blicken kann.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG