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Bei der ersten Nacht der Jugend finden die Mädchen und Jungen klare Worte / Veranstaltung erinnert an Amadeu Antonio

Veranstaltung erinnert an Amadeu Antonio

Hauptsache bunt: Boy, Johanna und Theodor (v. l.) bemalen in einem Workshop von André Kahane einen Stuhl. Mit dem Titel "Wir bekennen Farbe" äußern sich die Schüler des Humboldtgymnasiums im Bürgerbildungszentrum "Amadeu Antonio" gegen Rassismus
Hauptsache bunt: Boy, Johanna und Theodor (v. l.) bemalen in einem Workshop von André Kahane einen Stuhl. Mit dem Titel "Wir bekennen Farbe" äußern sich die Schüler des Humboldtgymnasiums im Bürgerbildungszentrum "Amadeu Antonio" gegen Rassismus © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Katrin Hartmann / 08.12.2017, 07:02 Uhr
Eberswalde (MOZ) Es ist ein Abend voller Erinnerungen. Erinnerungen an den Vertragsarbeiter Amadeu Antonio aus Angola, der vor 27 seinen Verletzungen erlag und seither als erstes Opfer rassistischer Gewalt in Deutschland gilt. Und: Es ist ein Abend, an dem sich Jugendliche mutig zu Wort melden.

"Wir sagen heut' ade zur AfD. Die findest du im Internet auf Affen Punkt de. Scheiß auf euren Hass, wir haben andere Ziele. Unsere Alternative - heißt Liebe." Klare Worte von ungefähr zehn Jugendlichen auf der Bühne in der Bibliothek. Neben ihnen der Rapper Mal Élevé (zu Deutsch: unartig, unerzogen) von der Heidelberger Band Irie Revoltes. Sein Name ist Programm. Die Mädchen und Jungen haben sich getraut, ihre Gedanken niederzuschreiben. In Reimen. Im Hintergrund zaubert DJ Six Six Seven einen Beat aus den Boxen, der die Jugendlichen vor der Bühne mit den Köpfen nicken lässt. Ihnen gefällt's. Sie lachen bei den Versen, klatschen.

Mal Élevé hat mit den Rapfrischlingen vorher eine Lyrikstunde der etwas anderen Art verbracht. Einen Workshop unter der Überschrift "HipHop gegen Rassismus". Für viele der erste Kontakt mit Rap überhaupt. So nähern sich die Mädchen und Jungen zunächst mit Schlagworten an die Vierzeiler an. "Es gibt verschiedene Arten von Reimen", erklärt Mal Élevé, dessen familiäre Wurzeln in Frankreich liegen. "Wie Maschendraht und Stacheldraht." Die Jugendlichen bekommen einen Takt zu ihren ersten gleichklingenden Schlagworten, die sie nach und nach mit einem Reim versehen. "Die Basis beim Rappen ist die Stimme. Man braucht Ideen, Taktgefühl, ein Thema und Mut", sagt Mal Élevé zu den Jugendlichen.

Mut - ein Wort, welches die erste Eberswalder Nacht der Jugend am Mittwochabend wohl am besten beschreibt. Denn mit den fünf Workshops, die an diesem Abend unter unterschiedlichen Überschriften im Bürger-Bildungszentrum, das seit 2015 den Namen von Amadeu Antonio trägt, stattfinden, schneiden die geladenen Aktivisten, Musiker, Künstler, minderjährige Flüchtlinge und die Eberswalder Jugend kontroverse Themen an.

Sie diskutieren mit Mai Ali aus dem Sudan und Fatuma Musa Afrah aus Somalia über die Motive von Migration. "Krieg ist nur ein Grund für Migration", sagt Pascal. "Migration kann so viele andere Beweggründe haben: Familie, Bildung, Religion, Verfolgung, Naturkatastrophen und mehr", zählt der Schüler auf. Zum Flüchtling zu werden, sei keine Wahl. "Niemand verlässt seine Heimat freiwillig, wenn er dort ein gutes Leben hat", sagt Pascal und erntet dafür Applaus.

In weiteren Workshops entdecken die Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung, was Religionsfreiheit heißt, welches Leid Sinti und Roma in Europa erleben müssen und was es heißt, als Kind Rechte zu haben beziehungsweise diese nicht zu haben.

Organisiert haben den Abend die Stadt Eberswalde, die Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit, die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark, die Kampagne Light me Amadeu und der Afrikanische Kulturverein Palanca.

Nach den nur neun Anmeldungen im Vorfeld fällt die Resonanz mit rund 100 Teilnehmern aus Eberswalde und anderen Ländern ziemlich gut aus. Das Konzept soll künftig weiter geführt werden. Der 6. Dezember ist als Termin und Todestag von Amadeu Antonio dafür fix gesetzt.

Für die Veranstaltung hat die Stadtverwaltung 15 000 Euro bereitgestellt. Zusätzliche 2000 Euro kamen von der Bürgerstiftung aus Fördergeldern des Landkreises.

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Ines Koepnick 08.12.2017 - 11:02:56

Unverantwortliche Verschwendung von Steuergelder !

Die Stadt Eberdswalde bzw. die verantwortlichen sollten doch endlich mal mit Ihrer pseudopolitischen Naivität auf hören. Bei 100 Beteiligten 17.000 € zu verschwenden für Malen nach Zahlen und Bleidigungen eines Rappers gegen eine demokratische Partei ist einfach unverwantwortlich. Diese Affen die da beschrieben werden, sind auch die , die Steuern zahlen und den Asylsuchenden die Wohnung finanzieren sowie für Essen sorgen und Ihre Handys ! Klare Worte von 10 Jungendlichen die noch nichts geleistet haben. Kein Wort über das sozialpolitische Desintresse der Regierung für zum Bsp . Niedrigverdiener auf dem Arbeits und Wohnungsmarkt die durch die Massenweinwanderung resultierend den Lohndruck ausbaden müssen. Kein Wort über Parralelgesellschaften ( hier auch an gekommen im Reinmannviertel), zunehmnender Kriminalität, Frauenverachtung und Antisemitismus, die mit der Immigration von Menschen aus fremden Kulturkreisen einhergehen könnten.Demokratie heisst jeder kann seine haltung zeigen und jeder der Kritik übt wird als Nazi bezeichnet und die Nazikeule wird geschwungen .Das zeugt von moralischer Überheblichkeit. So könnten wir auch die "Gutmenschen" keule schwingen.Hier werden falsche Werte vermittlet und bei allem Respekt Her Amadeu ist nun kein Heiliger, da er zu Lebzeiten sich nicht hervor getan hat. Das er umgebracht wurde ist ein Unrecht und wurde bestraft, was auch richtig ist. Jedoch können die meisten Bürger Eberswaldes es kaum noch ertragen diese Heiligsprechung und die unsäglichen Ausgaben zu diesem Thema sich ständig vorführen lassen zu müssen. Es gibt sicherlich im sozialen Bereich für alle Bürger in Eberswalde zu wenig finanzielle Hilfe, dieses Geld wäre sinnvoller ein zu setzten gewesen.

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