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Ab Montag sollen Trepliner Schulkinder an der B5 in den Bus steigen / Eltern sehen Gefahr und protestieren

Sicherheit contra Komfort?

Ines Weber-Rath / 08.12.2017, 07:15 Uhr
Treplin (MOZ) Monatelang hatte das Thema "Bushaltestellen" die Abgeordneten im Trepliner Gemeinderat beschäftigt. Nun steht die Entscheidung: Die Haltestelle für den Schulbus zur Alt Zeschdorfer Grundschule wird an die Ortsdurchfahrt der B5 verlegt. Der Elternprotest kam zu spät.

"Sollen die kleinen Kinder tatsächlich morgens im Dunklen über die viel befahrene Bundesstraße zur Bushaltestelle gehen?" Die Treplinerin, die diese Frage in der Einwohnerfragestunde der Beratung der Gemeindevertreter in dieser Woche stellte, ist Mutter eines angehenden Schulkindes. Also vorerst von der Maßnahme noch gar nicht betroffen, die mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag in Kraft tritt: Die Busse auf der Linie 969 aus Falkenhagen in Richtung Alt Zeschdorf sollen dann nicht mehr an der Haltestelle gegenüber der Trepliner Kirche, sondern an der gegenüber der Gaststätte "Glück auf" halten. Letztere liegt an der Ortsdurchfahrt der B5.

Dort sei "die Sicherheit der Schulkinder nicht gegeben", meinte der Vater eines Trepliner Schulkindes in der Beratung der Gemeindevertreter. Auf der Bundesstraße würden "massenweise Lkw durchs Dorf ballern", sagte der in höchstem Maße beunruhigte Trepliner. Viele Lkw-Fahrer aus Osteuropa nutzen die B5 als Maut-Ausweichstrecke.

Beide Eltern haben erst durch eine Information im Lebuser Amtsblatt von der Änderung erfahren. Diese erfolge, "um den Kindern im Schülerverkehr eine Haltestelle mit Wetterschutz sowie Sitzmöglichkeiten anbieten zu können", heißt es in der von Gemeindevertreter Dako Kaap unterzeichneten Mitteilung.

Denn der Ausgangspunkt für die Entscheidung der Abgeordneten waren Elternbeschwerden darüber gewesen, dass ihre Kinder an der Bushaltestelle an der Kirche im Regen und Matsch stehen. An der Haltestelle an der Landesstraße nach Alt Zeschdorf gibt es weder ein Wartehaus noch einen befestigten Gehweg.

Nun würden die Kinder und anderen Fahrgäste zwar im Trockenen stehen, aber nicht mehr sicher sein, resümierte die Beschwerde führende Mutter. Bürgermeister Joachim Kretschmann widersprach: Die Kinder aus dem Wohngebiet "Naglers Berg" am Ortsrand, die bis jetzt über die B5 mussten, um zur alten Bushaltestelle zu kommen, seien auch unfallfrei nach Hause gekommen, argumentierte er. Für sie wird der Schulweg jetzt leichter.

Auf die Frage der Besucherin, warum die Trepliner in einer "für uns so wichtigen Angelegenheit" nicht um ihre Meinung gefragt worden seien, erklärte Dako Kaap: "Wir diskutieren seit einem halben Jahr darüber. Und erst jetzt kommt Ihr Protest - zu spät." Auch sein Abgeordnetenkollege Mike Lipke beklagte das mangelnde Interesse der Bürger an der Arbeit der Gemeindevertreter. Gemeindevertreter Horst Wamser sieht eine Mitverantwortung der Eltern für den sicheren Schulweg ihrer Kinder.

Joachim Kretschmann verwies zudem auf finanzielle Aspekte der Entscheidung. Ein Wartehaus-Neubau an der Kirche wäre viel teurer geworden als die fürs Frühjahr 2018 geplante Sanierung der Haltestelle an der B5-Ortsdurchfahrt, erklärte der Bürgermeister.

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