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Oliver Köhler 10.05.2010 16:00 Uhr - Aktualisiert 10.05.2010 16:47 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Neue Pläne für Heeresbekleidungsamt

Bernau (moz) Die Natur hat sich das Gelände rund um die riesigen, in einem Halbkreis angelegten Gebäude bereits zurückerobert. Die Wege sind oft kaum noch zu erkennen, überall stehen Sträucher, Birken oder Weiden. Sogar aus einigen Mauern, da wo durchrostete Regenrinnen das Wasser nicht mehr zurückhalten, wachsen kleine Bäume. Genutzt wird das ehemalige Heeresbekleidungsamt zwischen Schönfelder Weg und Albertshofer Chaussee schon lange nicht mehr. Nur hin und wieder verirren sich ein paar Künstler in die riesigen Räume, um dort zu arbeiten.

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© MOZ/Sergej Scheibe

Dabei bietet das Areal eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Bauingenieur Jürgen Meyer weiß, der am Wochenende gemeinsam mit dem Verein Panke-Park zu einer Führung über das Gelände geladen hatte. So habe es nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1994 immer wieder Bestrebungen gegeben, dass Areal mit neuen Ideen wiederzubeleben. Von einem Vereinshaus für die Stadt etwa war die Rede (die Dachgeschosse bieten Platz für 28 Turnhallen), von Kunstprojekten, Loft-Wohnungen. Auch über Gewerbeflächen dachte man bereits mehrfach nach.

Realisiert wurde davon jedoch nichts. Obwohl es Interessenten gab. Die Gründe dafür sind vielfältig. So habe es in den vergangenen Jahren von der Stadt nie ein ernstzunehmendes Bekenntnis gegeben, das Gelände entwickeln zu wollen, mutmaßt Meyer. „Es wird vom Bürgermeister zwar begrüßt, dass wir hier etwas tun, auf Unterstützung konnten wir bislang jedoch nicht hoffen.“

Auch der Investitionsbedarf, den Meyer auf 40 bis 50 Millionen Euro schätzt, die Größe und die Altlasten dürften Investoren abgeschreckt haben. Ursprünglich als Lager für die militärische Ausrüstung der Wehrmacht von den Nazis mit einer Gebäudefläche von rund 60 000 Quadratmetern gebaut, wurde es nach dem Krieg von der sowjetischen Armee weitergenutzt. Eine Wäscherei etwa habe es dort gegeben, erinnert sich Dieter Pohl, der als Mitglied der Bernauer Feuerwehr in den 60er Jahren wegen eines schweren Zwischenfalls auf dem Gelände zu tun hatte. „Die Abwässer wurden damals einfach in die Landschaft gekippt und haben das Grundwasser bis heute verseucht“, weiß er zu berichten.

Doch nun hofft man, dass Bewegung in die Angelegenheit kommt. Nach Vermittlung des Vereins führt Bernau derzeit Gespräche mit einem Investor, der das gesamte Areal übernehmen will, um in den ehemaligen Militärgebäuden bis zu 800 Wohnungen auszubauen. Friedemann Seeger, Leiter des Bernauer Stadtplanungsamtes, bestätigt, dass es bereits ein Treffen gegeben habe und man nun prüfe, ob sich die Pläne realisieren ließen. „Wir sehen beispielsweise noch einige Probleme hinsichtlich des Emissionsschutzes, die es zu lösen gilt“, sagt er. Ein Gutachten sei bereits in Auftrag gegeben worden.

Unabhängig davon soll der Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG), Verwalterin der Immobilie, bereits ein konkretes Angebot für den Kauf vorgelegt worden sein.

Bürgermeister Hubert Handke erklärt indes, dass es noch einen zweiten Interessenten gebe, der, dem vor einiger Zeit verabschiedeten Bebauungsplan entsprechend, neben Wohnungen auch stilles Gewerbe in den Häusern unterbringen will. Noch in diesem Jahr, so das Ziel des Verwaltungschefs, soll in den Gremien der Stadt über beide Konzepte beraten werden.

Dabei könnte auch Berücksichtigung finden, wie sich die Vorstellungen mit dem in der Planung befindlichen Panke-Park, der rund um den Teufelspfuhl angelegt werden soll (MOZ berichtete), ergänzen. Der Park wird verschiedenste Möglichkeiten zur Nutzung bieten. So ist unter anderem ein Treffpunkt für Vereine eingeplant, eine Freilichtbühne, ein Indoor- sowie ein Outdoor-Spielplatz, ein Skulpturenpark, ein Naturpfad und eine Umwelt-station und Gastronomie.

Etwas weiter sind indes die Verhandlungen für das Objekt an der Schwanebecker Chaussee. Dort, so erklärte Handke in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung, seien die Gespräche zwischen der BBG und dem Investor Weber Automotive „auf einem guten Weg“. Allerdings gebe es bei der Finanzierung noch einige Schwierigkeiten zu beheben.

Die Firma Weber Automotive stellt unter anderem verschiedene Komponenten für Antriebe wie etwa Motorenblöcke oder Kurbelwellen her und will dies künftig auch in Bernau tun.

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