Petershagen-Eggersdorf . In einer Kommune aus ursprünglich zwei Gemeinden ist das Jubiläum nur eines Ortsteils nicht ganz einfach im Bewusstsein aller zu verankern. Mit einer Plakat-Initiative und einer Foto-Schau gibt es nunmehr optisch eindrucksvolle Hilfestellung vor der 675-Jahr-Feier Eggersdorfs.
"Eggersdorf war ein Kaff wie alle anderen", meint Max-Ulrich Kühn scherzhaft und deutet auf den schwungvoll gezogenen roten Kreis auf dem Kartenausschnitt um 1840. Der Ausschnitt nimmt das gesamte obere Drittel eines Plakates ein. In Ermangelung von Bildmaterial aus der Zeit vor 1900 hat das kleine Team der Eggersdorfer Firma Iconda bei der Gestaltung seines Beitrags zur 675-Jahr-Feier daher unter anderem auf Preußische Urmesstischblätter zurückgegriffen.
Als Pendant dazu dient ein Luftbild aus dem Jahr 2004. Es zeigt deutlich, dass aus dem Kaff von einst inzwischen allerhand mehr geworden ist; vor allem in den zuletzt vergangenen 100 Jahren. Der Blick fällt auf den Komplex der Grundschule, ein Gewerbe-Areal, das neue Zentrum im Herzen Eggersdorfs, junge Wohnbereiche, die längst viele der Lücken in der älteren Siedlungsstruktur geschlossen haben.
Die Brücke zwischen beiden schlagen historische Fotos und Postkarten aus dem Gemeindearchiv oder vom örtlichen Heimatkundeverein mit erläuternden Unterschriften. Sie führen den Betrachter spazieren und ermöglichen - zusammen mit den Fakten aus der Historie im Mittelteil des Plakates - einen Blitzkurs in Ortsgeschichte. Denn es ist sicher nicht jedermanns Sache, die dreibändige Chronik von Pfarrer Alexander Giertz über Petershagen und Eggersdorf zu lesen.
Der reizvolle Einblick reicht von den wendischen Familien, die einst nahe der heutigen Kirche gelebt haben, über die erste Wassermühle am Fließ, Ritter, Adlige und Preußenkönige als Besitzer bis zu den Pfälzer Kolonisten 1766, zu Schulbau, Eisenbahn-Anbindung und beliebtem Ausflugsort der Berliner. Studierenswert ist aber auch die Rückseite des Posters. Dort wird 1945 angesetzt und ausführlicher die Zeit seit 1989 beleuchtet, per Foto sowie Karte illustriert.
"Wir wollten etwas machen, was die Älteren in ihrem Heimatgefühl bestärkt, aber den Neubürgern auch die Identifikation mit ihrem Wohnort erleichtert", erklärt der Iconda-Geschäftsführer, langjährige Eggersdorfer Bürger und Gemeindevertreter. Gemeinsam gestaltet mit dem Petershagener Günter Knobloch, pensionierter Grafiker, scheint das überzeugend gelungen zu sein.
Das in 500 Exemplaren aufgelegte Poster kann für drei Euro erworben werden und wird es auch am 21. Juni geben.
Dem Blick eines "Eggersdorfer Neu"-Bürgers auf den Ort, den Dieter Neitzel 1993 bezogen hat, kann hingegen noch bis zum 30. Juni in der Galerie am Markt gefolgt werden. Was der Vorruheständler, Hobby-Fotograf und Technik-Tüftler teils mit Infrarottechnik festgehalten hat, ist sehenswert.
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