Schwedt (moz) Zum sechsten Mal lud die BehindertenSelbstHilfe Schwedt zum Straßenfest anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ein.
Ebenfalls die sechste Auflage erlebte der Antipreis „Rostiger Rollstuhl“, Premiere hatte dagegen der „Goldene Rollstuhl“. Vor der Bekanntgabe der Preisträger stellten sich unter anderem Ursula Birlem, Behindertenbeauftragte der Stadt Schwedt, und Michael Jürgensen, Geschäftsführer des Asklepios Klinikums, in einer Podiumsdiskussion den zahlreichen Fragen der Besucher.
Die Versorgung von Behinderten mit Hilfsmitteln, die Vorbereitung auf das Berufsleben, aber auch die erste öffentliche Toilette der Stadt bildeten dabei einige der Kernpunkte.
Zur Stunde der Wahrheit saß die Vereinsvorsitzende Nadine Heckendorn jedoch ohne Preisträger vor ihren Gästen und Helfern. In einer kleinen Laudatio begründete sie, warum die vielen Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich für die Behinderten einsetzen, nicht den Sympathiepreis Goldener Rollstuhl bekommen, sondern die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG). „Die Ehrenamtlichen sind gar nicht genug zu würdigen“, erklärte Heckendorn. Außerdem habe sich die UVG gerade in Sachen Mobilität für Behinderte stark und verdient gemacht.
Der „Rostige Rollstuhl“ ging an die Stadt Schwedt – für die nicht barrierefreien Wahllokale in jüngster Zeit. „Die Stadt bemüht sich massiv, in vielen Bereichen Chancengleichheit herzustellen. Darum ist die Vergabe des Antipreises auch nicht pauschal zu werten, sondern lediglich als Ausdruck, dass es noch einige Baustellen gibt“, sagt die Politikerin. „Eigentlich sollte der Goldene Rollstuhl auch schon vor sechs Jahren verliehen werden, doch zum damaligen Zeitpunkt hatte es niemand verdient“, so Nadine Heckendorn, die hofft, auch im kommenden Jahr diesen Positiv-Preis verleihen und künftig vielleicht ganz auf den „rostigen Rollstuhl“ verzichten zu können.
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