Auch Wolfgang Förster . Bewussteres Umgehen mit Vergangenheit und öffentlichen Diskurs darüber hat Günter Knobloch am Donnerstag in der Gemeindevertretungsitzung als Beitrag gegen Rechtsextremismus verlangt.
Sein Vorschlag: Ein kleines Team von Bürgern sollte die örtliche Historie, besonders seit 1933, parteiunabhängig aufarbeiten und in geeigneter Form in die öffentliche Diskussion bringen. Er selbst und weitere Bürger seien dazu bereit, erklärte er.
Zuvor hatte er gewohnt detailliert recherchiert, wie die NSDAP im März 1933 im Doppeldorf zum Sieg gelangte - im 600. Gründungsjahr von Eggersdorf und bedacht mit dem Pflanzen einer Hitler-Eiche. "Wäre die 675-Jahr-Feier nicht der richtige Anlass gewesen, im bewussten Gegenzug einen weiteren Stolperstein für einen im KZ umgekommenen jüdischen Mitbürger zu setzen?", war in Knoblochs Frage Enttäuschung nicht zu überhören. An geeigneten Personen hätte es nicht gemangelt.
Auf gezielte Nachfrage von Karl-Heinz Parduhn (CDU) nach der Zeit bis 1989, betonte der Petershagener, dass es um Auseinandersetzung mit Unrecht gehe. Es gebe daher keinen Grund Jahre auszusparen. Auch Klaus-Dieter Hamann (Bürgerfraktion) hatte mit seiner Meinung nicht hinterm Berg gehalten, dass Auseinandersetzung mit politischen Extremen auch die linke Seite einschließen müsse.
Anlass für den vor das Sitzungsprogramm gestellten Tagesordnungspunkt "Bausteine zur Erinnerungskultur" waren jüngste Ereignisse im Ort, die zahlreiche Bürger besorgt gemacht und 20 Gemeindevertreter zu einer öffentlichen Erklärung veranlasst hatten. Gemeindevertretervorsteherin Karin Reimann hatte an das Treffen von mehr als 300 Vertretern aus - laut Polizei - rechtsextremen bzw. diesen nahestehenden Kreisen in einer örtlichen Gaststätte erinnert, aber auch an den entwendeten roten Winkel vom Denkmal für Opfer des Nationalsozialismus oder das Hissen der Reichskriegsflagge auf einem Grundstück im Ort.
- zugleich Alterspräsident der Gemeindevertretung - verlas in diesem Zusammenhang eine Erklärung, die sein Unverständnis ausdrückte, dass drei Gemeindevertreter die Erklärung gegen Rechts nicht unterzeichnet hatten und forderte Geschlossenheit in dieser Sache. U. a. das Fehlen einer Auseinandersetzung mit dem Linksextremismus hatte Hamann dazu veranlasst, nicht zu unterschreiben, sondern dem Bürgermeister eine Erklärung zuzusenden. Das öffentliche Hickhack darum war hingegen kein Zeichen von Einmütigkeit.
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