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Fest im Leben der Gemeinde verankert

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Hans Felkel / 24.07.2008, 07:39 Uhr
() Biesenthal feiert dieser Tage seine 750 Jahre als Gemeinde. Seit gut 125 Jahren wird hier auch Sport getrieben. Wie wechselvoll dieser Teil der Ortsgeschichte hier gewesen ist, erzählen wir in den kommenden Ausgaben in drei Teilen. Heute geht es um die Anfänge und die schwierigen Jahre während der Nazi-Diktatur des Sports in Biesenthal.

Biesenthal. Wenn die Stadt Biesenthal in diesen Tagen ihr 750.Stadtjubiläum feiert, lohnt es sich auch einmal einen Blick auf den Bereich Sport in der Stadtchronik zu werfen. Getrud Poppe hat im Zusammenwirken mit vielen älteren ehemaligen Sportfunktionären als eine der Ortschronisten so allerlei Interessantes zusammen getragen. Leider können nicht alle wichtigen Ereignisse bei der Entwicklung des Sports in Biesenthal mit ganz genauen Daten versehen werden, was den Erinnerungswert keineswegs schmälert. So fehlen etwa Angaben über die Entwicklung der Schützenvereine - eine Aufgabe für die jetzt aktive Generation, diese Seiten in der Stadtchronik zu ergänzen.

In Biesenthal, so wird deutlich, war der Sport schon seit jeher ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Inwieweit sich im Mittelalter die Ritter mit entsprechenden Übungen für ihr Tun fit hielten oder gar das einfache Volk neben den üblichen Spielen eine spezielle Art und Weise des Sporttreibens entwickelte, ist nicht überliefert.

1882 wurde in Biesenthal der erste Sportverein "Friedrich- Ludwig-Jahn" gegründet, der sich im Wesentlichen mit dem Turnen beschäftigte. Am 8.Juni 1920 wurde der bis dahin nur aus Männern bestehende Verein durch eine Damenriege erweitert. Eine Mandolinengruppe und eine Schalmeienkapelle, auch aktive Turner, komplettierten zunächst den Verein. Im Jahr 1925 entstand die Schwimm­sparte des SV Jahn auf Initiative von Herrn Fröbus, Direktor der Rolandwerke.

1885 gründete sich der SV "Carree" als erster Kegelsportverein in Biesenthal, dem mit den Vereinen "Drei Kalte" (auch mit einer Frauenmannschaft) und "Donnerstag " (vorwiegend ältere Geschäftsleute) noch zwei weitere Vereine mit der gleichen Sportart folgten. Im Juli 1925 wurde ein Reitsportverein gebildet, der nach der Machtergreifung der Nazis in den SA-Reitersturm überging.

Das erfolgreichste Jahr des SV Jahn war das Jahr 1922. Überhaupt waren die 20er und die ersten 30er Jahre für die Biesenthaler Sportler sehr erfolgreich.

Die Sportlerinnen und Sportler erreichten nicht nur bedeutende sportliche Leistungen. Sie setzten sich auch durch weitere Aktivitäten in Biesenthal ein Denkmal. So erbauten die Sportler in Eigeninitiative auf dem Eulenberg einen Sportplatz mit Aschenbahn, der 1932 nach kurzer Bauzeit fertig gestellt worden war und im selben Jahr noch ein massives Sportlerheim. Das nach der Wende leider dem Vandalismus zu Opfer fiel und im Mai 2005 abgerissen werden musste. Ein Kriegerdenkmal zu Ehren ihrer im1. Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Vereins wurde am 8. Mai 1921 eingeweiht.

Am 7. Mai 1932 wurde in Biesenthal der Tennis-Klub "Schwarz-Weiß" gegründet, der auf dem Tennisplatz im Fichtenhain - eingeweiht am 12. Juni 1932 - sein Domizil hatte.

In Biesenthal gab es auch die Arbeitersportvereine "Fichte" (mit Schalmeienkapelle), "Solidarität" (Radsport) "Rot-Sport" und die "Freie Turnerschaft". Mit dem Beginn der Naziherrschaft wurden diese Vereine verboten und aufgelöst.

Einige wenige Mitglieder traten dem Jahn-Sportverein bei. Viele Arbeitersportler, wie die Sportkameraden Behlke, Scherner, Beuster, Plottke, Ruthe und das Ehepaar Petsch wurden noch 1933 verhaftet und kamen für einige Zeit ins KZ oder in das Gefängnis. Der Ausbruch des 2.Weltkrieges bedeutete auch für den erfolgreichen Sportverein Jahn faktisch das Ende seines Bestehens, denn die überwiegende Anzahl der Männer wurden zum Kriegsdienst eingezogen, von dem viele nicht mehr zurückkamen.

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