Reitwein (moz) Der Reitweiner Heiratsmarkt hat eine wichtige Vermittlerrolle übernommen: Er regt Verlobte an, sich schon mal auf Probe zu trauen, nicht Verheiratete, immer wieder zu kommen und ermutigt Singels, ihren Traumpartner zu suchen sowie Freunde, sich miteinander zu treffen. Der Spaß steht dabei ganz obenan – dank des Vorbereitungsteams, das immer wieder neue Ideen hat.
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Es ist immer wieder bewegend. Vorher noch fröhliches und lautes Lachen und dann merkt plötzlich alles auf, wenn der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn erklingt. Im glänzenden und Blumen geschmückten schwarzen Mercedes saßen in diesem Jahr Janett und André Fink aus Lebus mit ihren beiden Töchtern Jasmin und Emilie. Am 7.7.2007 hatten sich die beiden, die sich schon als Schüler ineinander verliebten, trauen lassen. Das weißseidene Hochzeitskleid und der schwarze Anzug hingen seitdem eingepackt im Schrank. Als echtes Paar eröffneten Finks in ihrem Hochzeitsstaat von einst am Sonnabend den 101. Reitweiner Heiratsmarkt und gaben sich vor dem unordentlichen Standesamt als Erste noch einmal das Jawort. In ganz ungewohnter Rolle dabei Heiko Friedemann. Der Lebuser Amtsdirektor bewies, dass er auch als Standesbeamter eine ganz gute Figur macht.
Noch nicht ganz kommt er allerdings an die hohe Kunst des erfahrenen unordentlichen Standesbeamten Bernd Schröder heran. Seit gut zehn Jahren zelebriert der Reitweiner sein Amt im Hochzeitszelt. Am Sonnabend allerdings nicht bis zur Schließung des Standesamtes um 24 Uhr. Bernd Schröder musste um 18 Uhr zum Dienst. Im wahren Leben ist der Mann nämlich Verkehrspolizist.
68 Paare gaben sich am Sonnabend das Jawort vor dem unordentlichen Standesamt. Darunter auch Carin Grauel und Dieter Kretschmer. Vor zehn Jahren hatten sie sich das erste Mal auf dem Reitweiner Heiratsmarkt trauen lassen. Aus Jux. „Heute haben wir wieder geheiratet“, erzählt lachend die Münchebergerin. Von ihrem Dieter hat sie am Morgen zehn rote Rose bekommen – zum 10. Hochzeitstag. Die beiden wollen alle zehn Jahre ihr Jawort vor dem unordentlichen Standesbeamten bekräftigen. Offiziell verheiratet sind sie nicht.
Auch Katharina Linke und Horst Juling haben sich auf Probe „getraut“. Das Fürstenwalder Paar lebt seit sieben Jahren „in wilder Ehe“. In Reitwein haben sie Peter Eichhorst aus Manschnow und Barbara Müller aus Frankfurt (Oder) unter die Haube gebracht. Die Vier haben sich bei einer MOZ-Leserreise im März nach China kennengelernt und auf dem Reitweiner Heiratsmarkt ein Treffen verabredet. Man wollte eigentlich nur gemeinsam Reiseeindrücke austauschen, wie Peter Eichhorst, der die Hüpfburg des Kreissportbundes beim Reitweiner Volksfest betreute, sagte. „Dass eine Hochzeit daraus wurde, war nicht geplant...“
Ganz zielgerichtet kamen Kai Wutschke und Peggy Jocksch aus Liebenwalde nach Reitwein. Seit einem halben Jahr leben die beiden zusammen und wollen demnächst heiraten. Probiert haben sie es schon mal in Reitwein. Die Heiratsurkunde wird einen Ehrenplatz in ihrer Wohnung bekommen. Vom Heiratsmarkt erfahren hat Kai durch seine Arbeit beim Munitionsbergungsdienst. Wie das Leben eben so spielt.
Glücklich verliebt und nun auch glücklich verheiratet, wenn auch nur für 24 Stunden, sind Sarah Dufft aus Steinbeck und John-Xaver Nielow aus Seelow. Auf die Frage, wie lange sie sich schon kennen, erklärte John-Xaver prompt: ein Jahr, drei Monate und einen Tag. Dafür gibt es von seiner Sarah spontan einen Kuss. Das hat sie ihrem „Ehemann“ nun doch nicht zugetraut.
Den Mann oder die Frau fürs Leben haben andere Heiratsmarkt-Besucher erst noch gesucht. Sie haben dafür die Partnerbörse genutzt, die es zum ersten Mal auf dem Reitweiner Heiratsmarkt gab. Nicht nur aus Jux!!! Zwei sympathische Fürstenwalderinnen, haben die Chance beim Schopf gepackt und den Zettel mit ihren Angaben und denen des gesuchten Traumpartners ausgefüllt. Ob es tatsächlich mit dem Kontakt und einem Treffen geklappt hat, wissen wir nicht. Aber wir haben die Daumen gedrückt.
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