Schwedt (moz) Einen Tag nach dem offiziellen Kindertag wurde am Mittwoch im Rathaus zum ersten Mal eine Kinderversammlung veranstaltet. Manch Kommunalpolitiker zeigte sich überrascht, wie gut die 30 Schüler aus allen Schwedter Grundschulen und der Schloßpark-Schule über ihre Rechte informiert sind.
„Die Welt in Kinderhände, denn sie berechnen nicht was sie tun“, sang Herbert Grönemeyer einst. Dass auch die Stadt Schwedt von der manchmal verblüffend einfachen Sicht der Kinder profitiert, davon konnten sich Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD), CDU-Bundestagsabgeordneter Jens Koeppen und seine Kollegin der Linken, Sabine Stüber, am Mittwoch selbst überzeugen. Bei der ersten Kinderversammlung kamen Fünftklässler zusammen, um sich an fünf Stationen für die Rechte der Kinder einzusetzen. Sie beteiligten sich unter anderem an der Aktion „Rote Hände“, mit denen deutschlandweit ein Zeichen gegen Kindersoldaten gesetzt werden soll. Um ihre Forderungen zu unterstreichen, wie zum Beispiel das Recht auf Bildung, malten die Kinder Bilder und bastelten eine Himmelsleiter mit ihren Wünschen, die zum Weltkindertag im September allen Schwedtern gezeigt werden sollen.
Als es um die Wünsche der Kinder ging, äußerten sie konkrete Vorstellungen. So wünscht sich Charleen aus der Lindgren-Schule einen Spielplatz für ihre Kameraden. Ähnliches äußerte auch Jessica aus der Schule Am Schloßpark: „Bei uns wurde ein schicker neuer Parkplatz gebaut, aber wir haben nicht mal einen richtigen Schulhof oder einen Spielplatz“, berichtete die Schülerin. Auch ihre Lehrer hätten sich hier eine Lösung zugunsten der Kinder gewünscht.
Der Kinderversammlung vorausgegangen war eine zweijährige Projektarbeit an den einzelnen Schulen. „Wir wollten vermitteln, dass Politik nicht langweilig sein muss, sondern dass sich die Kinder einmischen können“, erzählt Karin Hildebrandt, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Schwedt, die die Versammlung gemeinsam mit ihrer ehrenamtlichen Mitstreiterin Gisela Fink vorbereitet hatte. „Ich begrüße die Aktion, weil ich glaube, dass es nicht als selbstverständlich betrachtet werden darf, dass wir in Frieden, Freiheit und Demokratie leben“, sagte Jens Koeppen.
Je früher Kinder das Gefühl hätten, sich einmischen zu können und ernst genommen zu werden, desto eher würden sie sich als Teil der Gesellschaft verstehen und sich auch als Erwachsene aktiv engagieren.
Die erste Kinderversammlung stieß bei allen Beteiligten auf großes Interesse. Am Ende beschlossen die Schüler, in der Oderstadt ein Kinder- und Jugendparlament ins Leben zu rufen, um ihre Forderungen noch gezielter äußern zu können.
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