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Detlef Klementz 03.06.2010 21:05 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Eine „charmante“ Initiative

Strausberg (moz) Der Sanierungsbedarf bei Schulen und Kita ist groß. Besonders massiv sind die Forderungen der Eltern der DRK-Integrationskita Am See, die dortigen baulichen Mängel endlich zu beseitigen. Aber die Stadt ist klamm und darin wird sich alsbald auch nichts ändern. Die SPD will nun neue Wege gehen: Die Strausberger Wohnungsbaugesellschaft soll das Grundstück an der Weinbergstraße von der Stadt erwerben und dort eine neue Kita errichten und vermieten.

  Sanierungsbedarf: Marie und Tom spielten gestern vor der DRK-Kita am See. Sie könnte durch einen Neubau ersetzt werden, den die SWG dann an die Stadt vermietet. © MOZ Gerd Markert

Christel Kneppenberg weiß gar nicht mehr genau, wie oft die Kita Am See schon in der Planung war. „Aber immer wieder wurde sie rausgenommen“, bedauert die SPD-Fraktionsvorsitzende. Es habe stets am knappen Geld gelegen. „Und das wird erst einmal so bleiben“, ist sie überzeugt. Baufachbereichsleiterin Rita Schmidt habe deutlich gemacht, die Kita könne wohl erst 2014 in die Planung aufgenommen werden – eventuell! Das bedeute, vor 2016/17 werde mit der Sanierung nicht begonnen. „So lange können und wollen wir nicht warten“, sagt Christel Kneppenberg bestimmt.

Daher hätten Vorstand und Fraktion der SPD nach anderen Wegen gesucht. Die sehen so aus, dass die Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG) das Zepter übernimmt. „Wir haben bereits mit dem SWG-Geschäftsführer Hartmut Ehrlich gesprochen“, berichtet Finanzausschussvorsitzende Sibylle Bock. Der sei nicht abgeneigt gewesen. Das habe sich dann bei einem Vor-Ort-Termin bestätigt, an dem auch Bürgermeisterin Elke Stadeler teilgenommen habe.

Hartmut Ehrlich spricht von einer Anfrage seitens der Stadt ohne jegliche Verbindlichkeiten. Machbar sei das Projekt durchaus, sagt er. Allerdings würde er einen Neubau gegenüber einer Sanierung vorziehen. Die Kosten schätzt er grob so auf zwei bis drei Millionen Euro.

Christel Kneppenberg und Sibylle Bock begrüßen diese Variante. Dann würden auch gleich alle Vorgaben, die an eine Integrationskita gestellt werden, erfüllt. Beim jetzigen Bau sei das nicht der Fall, betonen die SPD-Stadtverordneten und erinnerten zum Beispiel an den fehlenden Aufzug. Nun könne ein eingeschossiger Neubau ins Auge gefasst werden. Und noch ein weiterer Vorteil spreche für diese Variante: Während die neue Kita errichtet wird, kann der Betrieb in der Alten weitergehen.

Bis es so weit ist, müssen allerdings noch einige Hürden aus dem Weg geräumt werden. Da sind zum Beispiel die Eigentumsverhältnisse. Als Voraussetzung für das SWG-Engagement wird der Verkauf der städtischen Immobilie an die Wohnungsbaugesellschaft genannt. Christel Kneppenberg könnte sich mit Blick auf den Gebäudezustand eine Summe so zwischen 40 000 und 50 000 Euro vorstellen. Die Stadt würde sich dann später dort einmieten. Auch da liegen die Vorteile auf der Hand: Die Stadt könnte das für die Sanierung der Kita Am See vorgesehene Geld in die Reparatur bzw. Sanierung anderer Einrichtungen stecken. Und der Bedarf ist groß.

Nunmehr muss die SPD darangehen, in der Stadtverordnetenversammlung Mehrheiten für ihren Vorstoß zu finden. Zuerst soll in der Kooperation, also der Linkspartei, gesprochen werden. „Das ist eine politische Frage“, sagt auch Hartmut Ehrlich, wobei auch die SWG-Gremien zustimmen müssen.

Bürgermeisterin Elke Stadeler findet die Initiative durchaus „charmant“. In Zeiten, in denen das Geld nicht mehr so üppig fließe wie in der Vergangenheit, müsse man nach Alternativen suchen: „Und diese Idee ist gut“, setzte sie hinzu. Die SWG sei eine hundertprozentige Gesellschaft der Stadt: „Bildlich gesprochen, die Jacke ist die Gleiche, es gehe nur um eine andere Tasche.“ Auf jeden Fall sei eine Zusammenarbeit mit der SWG einfacher als mit einem Dritten. So würde sich auch an der freien Trägerschaft des DRK und damit an der Bezahlung der Erzieherinnen nichts ändern. „Es geht praktisch nur um die bauliche Hülle“, so die Bürgermeisterin.

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