Wolgast (DPA) Mit einer Ausstellung zeitgenössischer Installationen und Malereien ehrt die Stadt Wolgast (Ostvorpommern) von Samstag an den Romantiker Philipp Otto Runge (1777-1810). Anlass für die Schau in dessen Geburtsstadt ist der 200. Todestag des Malers am 23. Juli. Mit der Ausstellung „color continuo 1810 - 2010 ... System und Kunst der Farbe“ wird Runges Farbenlehre und die Weiterentwicklung seiner Ideen bis in die Gegenwart dokumentiert, wie Museumsleiterin Barbara Roggow am Freitag sagte. Mit der Farbenkugel schuf Runge das erste dreidimensionale Farbensystem. Die Erstauflage seiner Farbenlehre erschien 1810 in dessen Todesjahr. Parallel zu Runge publizierte Johann Wolfgang von Goethe ein alternatives Farbenmodell.
Eine Besucherin betracht im Museum Wolgast die Installation "Chronology" des Künstlers Tim Otto Roth.
Die Ausstellung präsentiert bis 29. August an drei Standorten der Stadt zeitgenössische Kunstobjekte, die die Farbe zum Gegenstand machen. „Mit der Entwicklung ihrer systematisch begründeten Farbenlehre sind Runge und Goethe Vordenker für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Farbe“, sagte Ausstellungskurator Konrad Scheurmann. Die Grenzen zwischen Kunst und Naturwissenschaft seien dabei fließend. In der St.-Petri-Kirche steht beispielsweise mit dem „Color Lab“ (Farblabor) eine über farbige LED-Leuchten gesteuerte Großinstallation des Schweizer Künstlers Ulrich Bachmann.
Im Museum werden Farb-Lichtobjekte wie Tom Otto Roths Werk „Chronology - selbstbeeinflussend“ (2009) oder die Farbenorgel von Wilhelm Ostwald aus dem Jahr 1920 gezeigt. Im Geburtshaus des Malers wird mit den Erstausgaben der Farbenlehren von Runge und Goethe der Schwerpunkt auf die historischen Dokumente gelegt. Die Ausstellung, die zunächst für die TU Dresden entwickelt wurde, sei eine Hommage an Runge, sagte Scheurmann.
Mit diesem Fokus zeigt sich die Romantik-Schau in Wolgast ausgesprochen modern und hebt sich von den Romantikaktivitäten in Wolgasts Nachbarstadt Greifswald ab. Dort hatte kürzlich ein in naturalistischer Tradition stehendes Caspar-David-Friedrich-Denkmal für Kontroversen gesorgt. „Wir wollten zeigen, wie die Romantik in die Gegenwart wirkt“, sagte die Wolgaster Museumsleiterin Roggow. „Die Romantiker Runge und Friedrich selbst hatten mit der Farbe experimentiert, durch Lasurtechniken bisher unbekannte Stimmungen auf die Leinwand gebracht und hatten damit eine für ihre Zeit ausgesprochen moderne Kunstauffassung.“
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Neueste Kommentare
21.05.2012 16:29:14 Zdenka Kotková
Remember that!
21.05.2012 16:27:55 Dr. Simone Wendtland-Hilpsch
Die Schau war sehr schön, aber was hier von einem "Verzweifelden" ...
21.05.2012 16:18:23 heinzi
@ kein hundealter
21.05.2012 16:10:45 heinzi
dazu müsste ich erwarten,
21.05.2012 15:40:11 kein hundehalter
@Heinzi-mehr nachdenken herr hauptschüler