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Vom Straussee zur Kieler Woche und nach Skandinavien

Uwe Spranger / 07.06.2010, 16:12 Uhr - Aktualisiert 30.11.2009, 15:03
Strausberg (In House) In der Region gibt es hunderte Vereine, in denen sich Bürger ehrenamtlich engagieren. Die MOZ stellt in ihrer Serie einige davon vor. Heute: der Seesportclub Strausberg.

Die Wurzeln des Seesports in Strausberg gehen bis in die 1960er Jahre zurück. Damals war diese Art der Freizeitgestaltung in die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) integriert. Die damals zur Bootshalle umgebaute Scheune ist noch heute der Stammsitz des 1990 neu gegründeten Vereins. Allerdings haben die Mitglieder, unter ihnen Elektriker, Maurer und Installateure, schon einiges verbessert. Es sind neue Leitungen im Haus verlegt, Wasser- und Abwasseranschluss hergestellt und eine Pelletsheizung hält die Halle auch im Winter kontinuierlich warm.

In erster Linie frönen die Mitglieder allerdings ihrem Hobby. Sonnabends sind sie am Vereinssitz im Kulturpark anzutreffen. Sind sie mindestens zu fünft, können sie den Kutter ZK 10 klar machen. Neben dem rund zehn Meter langen und fast anderthalb Tonnen schweren Zweimaster verfügen die Seesportler über Paddelboote, Jollen und Surfbretter. Natürlich können auch eigene Boote genutzt und auf dem Gelände am See gelagert werden. Für den Liegeplatz werden 40 Euro im Jahr verlangt. Mitte April ist Saisonstart mit dem Ansegeln, etwa Mitte Oktober ist Schluss.

Im Club sind alle per Du. Das Durchschnittsalter liegt derzeit zwischen 30 und 40 Jahre. Martin Böhm ist mit 23 der Jüngste. Am längsten dabei ist Frank Klöpfer (42), der schon seit 1978 Seesport betreibt. Er hat deshalb die Spitznamen „Alterspräsident“ oder „Vereinsfossil“.

Wer mit den Booten auf Tour gehen will, braucht in der Regel einen Segelschein. Dieser ist ab fünf Quadratmeter Segelfläche Vorschrift, erklärt Arne Wilke, der Sportverantwortliche im Klub. „Früher haben wir die Ausbildung hier noch selbst gemacht. Jetzt nicht mehr. Man kann ja einen Kurzlehrgang machen, zum Beispiel in Berlin. Das dauert nur drei Tage. Bei uns haben jedenfalls 
fast alle diesen Schein“, sagt er.

Gewisse Erfahrung ist auch nötig, um auf dem Straussee ordentlich voranzukommen. „Er ist schwierig zu segeln“, bekennt Wilke und verweist auf Form und die Bäume am Ufer. „Der Wind kann nicht auf eine Länge langwehen“, erklärt er.

Das Handicap, dass der See keine Verbindung zu anderen Gewässern hat, stört die Strausberger eher wenig. Zum einen sind sie mit ihrem auf den Namen Pegasus getauften Kutter dank eines 1998 angeschafften Trailers mobil. So fahren sie beispielsweise bei der Marinekutterregatta bei der Kieler Woche mit. „Teilnahme entscheidet“, definiert Wilke die Ansprüche. Man sei ja schon mit dem Material im Hintertreffen. Immerhin hat es 2008 aber zu Platz 28 bei der Deutschen Meisterschaft unter rund 60 Booten gereicht. Außerdem werden Wettbewerbe im Seesportmehrkampf besucht.

Mobil sind die Strausberger auch auf andere Weise: Einige Mitglieder chartern im Urlaub gemeinsam oder mit anderen Yachten, touren durch die Lande oder über die Meere. Rund um Rügen, Schweden, Norwegen sind sie unterwegs, aber auch Griechische Inseln wurden angesteuert.

Das klingt attraktiv. Dennoch hat der Verein Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. „Wir bemühen uns um eine Jugendgruppe, aber es ist halt kein aktueller Sport mehr. Es geht schneller, den Computer hochzufahren, als den Kutter auf- und abzutakeln“, so Wilke. Dennoch hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass auch die angestaubten Opti-Jollen wieder zu Wasser gehen.

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