Eberswalde (moz) Die Rose Gehäusetechnik GmbH in Finow ist seit knapp 20 Jahren am Markt. Die Produkte des mittelständischen Unternehmens gehen inzwischen fast in die ganze Welt. Eine Kapazitätserweiterungen am Standort Schönholzer Straße ist nicht ausgeschlossen.
Die Muttergesellschaft der Rose GmbH sitzt in Nordrhein-Westfalen. Die Rose GmbH ist eins von mehreren Unternehmen der Phoenix Mecano AG, die ihren Sitz in der Schweiz hat. Das Werk in Finow rangiert, was das Betriebsergebnis angeht, mittlerweile auf Rang vier. Mit 38 Beschäftigten, einschließlich Auszubildenden, schreibt der Betrieb trotz zweier kritischer Jahre noch immer schwarze Zahlen. „Wir sind sehr stark exportorientiert und haben die Auswirkungen der Finanzkrise sehr stark zu spüren bekommen. Dank der Kurzarbeiterregelung brauchten wir keine Entlassungen vornehmen“, sagt Ronny Honeck, verantwortlich für die Fertigungsorganisation. Jetzt läuft das Geschäft langsam wieder an. Seit zwei Monaten gilt wieder Vollbeschäftigung.
Produziert wird in der Rose Gehäusetechnik GmbH das komplette Programm an Industriegehäusen, von Tastatur-Gehäusen, Maschinensteuertafeln bis hin zu hochwertigen Konsumartikeln aus verschiedenen Materialien. Das kleinste Gehäuse umfasst gerade Mal 50 mal 50 Millimeter und findet unter anderem als Klemmgehäuse für die Stromverteilung an Maschinen Verwendung. Das größte Gehäuse mit den Maßen 700 mal 1000 Millimeter dient unter anderem zum Schutz empfindlicher Elektrik und Elektronik. Kunden des Finower Unternehmens sind Maschinen- und Anlagenbauer weltweit. „Wir liefern beispielsweise nach Australien, Singapur, in die USA, teilweise auch für das Gas- und Ölgeschäft“, erklärt die Prokuristin Viola Korsch-Sipos.
Die Produkte aus Finow sind keine Massenwaren, sondern größtenteils Anfertigungen nach individuellen Kundenwünschen. Damit die Mitarbeiter diesen Herausforderungen gewachsen bleiben, gibt es regelmäßige Schulungen. Acht Beschäftigte haben sich inzwischen soweit spezialisiert, dass sie die Machinen selbst programmieren können. Umfangreiches Wissen und Fingerfertigkeit sind bei Zuschnitt und Montage gefragt. Verarbeitet werden Aluminium, Edelstahl und diverse Kunststoffe. „Wir sind ein eingespieltes Team. Die Stimmung im Unternehmen ist gut. Das zahlt sich vor allem in Spitzenzeiten aus, wenn aus dem normalen Arbeitstag ein Schichtbetrieb werden muss“, sagt Honeck. Von der Auftragserteilung bis zur Lieferung dauert es meist nur zwei Wochen. Da sind Tempo und Flexibilität besonders wichtig. Auf die sieben Frauen des Unternehmens lässt der 43-Jährige übrigens nichts kommen. „Frauen sind die besten Produktionsmitarbeiter. Sie arbeiten schneller und sauberer“, bescheinigt er seinen weiblichen Kollegen.
Nach einem Jahr Pause will Rose Gehäusetechnik wieder als Ausbildungsbetrieb fungieren. Gefragt sind angehende Industriemechaniker. Bürgermeister Friedhelm Boginski, der das Unternehmen am Dienstag besuchte, kann die Bemühungen um den eigenen Nachwuchs nur begrüßen. „Wir steuern aufgrund der demografischen Entwicklung auf einen Fachkräftemangel zu. Die Betriebe sind deshalb gut beraten, junge Leute rechtzeitig ins Unternehmen einzubeziehen“, sagt er. Die nächste Gelegenheit bietet sich schon am 22. Juni mit der Aktion Klingelzeichen, initiiert von der Agentur für Arbeit. Rose Gehäusetechnik als Mitglied im Netzwerk Metall ist dabei.
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