Eisenhüttenstadt (moz) Das Konzert mit Karel Gott auf der Freilichtbühne sorgt nachträglich für Ärger. Wie berichtet, dauerte der Auftritt des Künstlers am Sonnabend inklusive Zugaben nur knapp 40 Minuten. Vor allem aber waren viele der 450 Gäste sauer, weil Karel Gott nicht live zu hören war, sondern Begleitmusik und Gesang als Vollplayback vom Band kamen.
Das Management des Tschechen erklärte gestern, der Sänger leide an einer Funktionsstörung der Stimmbänder und das sei dem Veranstalter, dem Tourismusverein Oder-Region Eisenhüttenstadt (TOR), bekannt gewesen. „Wir haben den Veranstalter drei Tage vor dem Konzert darüber informiert“, sagte Künstlermanager Wolfgang Kaminski. „Wir hätten das Konzert absagen müssen, aber der Veranstalter wollte das auf keinen Fall. Daher haben wir angeboten, dass Karel Gott durch ein Vollplayback unterstützt wird.“
Der Sänger habe lieber absagen wollen, habe das Vollplayback „nur sehr ungern“ angenommen. „Ihm war das peinlich und auch wir sind mit dieser Lösung nicht glücklich“, so Wolfgang Kaminski. „Aber wir wollten dem Veranstalter helfen, der Schaden wäre bei einer Absage viel größer gewesen. Auf keinen Fall wollten wir jemanden betrügen.“ Im Übrigen habe Karel Gott alles, was möglich war, mitgesungen.
Letztlich hätte der Veranstalter dem Publikum mitteilen müssen, dass Karel Gott erkrankt sei. Dem Vorwurf, das Konzert sei kürzer gewesen als vereinbart, werde er nachgehen, so der Manager.
Kathrin Henck, TOR-Geschäftsführerin, erklärte gestern: „Wir haben einen Vertrag für ein Live-Konzert unterschrieben.“ Sie bestätigte, von der Erkrankung gewusst zu haben. „Wir wollten das Konzert auf keinen Fall absagen.“ Gern hätte sie das Publikum über die Erkrankung informiert, aber: „Das Management hat mehrmals uns und auch alle beteiligten Künstler zur Schweigepflicht verdonnert. Vor der Playback-Probe mit Karel Gott wurden sogar die Gäste wieder rausgeschickt, da sollte was vertuscht werden.“ Dabei sei schon bei den Proben „deutlich zu hören gewesen, dass Karel Gott gar nicht singen kann“.
Laut Vertrag habe das Konzert „45 Minuten plus Zugaben dauern sollen, also eine knappe Stunde“, so Kathrin Henck. „Wir lassen jetzt rechtlich prüfen, ob der Vertrag erfüllt wurde. Die Leute fühlen sich betrogen.“
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