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Hagen Bernard 22.06.2010 07:04 Uhr
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Möbiskruge überraschend im Finale

Eisenhüttenstadt (moz) Der Weißenseer FC hat zwölfte Fußball-Sommer-Turnier des 1. FC Fürstenberg gewonnen. Den zweiten Platz belegte der Sieger von 2008, der Möbiskruger SV.

  Turnierzweiter Möbiskruger SV: Jeweils von links, vorn mit Mario Materne, Ingo Schmidt, Chris Eidtner und Thomas Materne. Hinten mit René Schenk, Steffen Will, Peter Edel, Gero Geller und Dirk Kahlisch. © Hagen Bernard

Mit dem sechsten Platz zufrieden sein musste das Team des Veranstalters 1. FC Fürstenberg. Das hatte ganz knapp den Einzug ins Halbfinale verpasst. Ein Sieg hätte im abschließenden Vorrundenspiel gegen Fortuna Biesdorf hergemusst, doch es hatte nur zu einem 0:0 gereicht. „Als ich mir heute früh die Aufstellung angeschaut hatte, war der 1. FC Fürstenberg für mich ein Siegkandidat“, sagte Wolfgang Mehling, der vor einigen Jahren die erste Männer-Mannschaft dieses Vereins zur Kreismeisterschaft geführt hatte.

Zusammen mit einigen anderen „altgedienten“ Fußball-Funktionären und Trainern, unter anderem Helmut Busch, Werner Bochert, Hans-Joachim Sandke, Günter Kasel, Harry Rath oder Matthias Follert, hatte er bei angenehmer Witterung dieses Turnier verfolgt. Vorbei die Zeiten, als Groß und Klein an die Imbissstände drängte und zumindest zur Kaffeezeit die Zuschauer dicht gedrängt am Hauptplatz standen.

Kein Wunder – vor nicht allzu langer Zeit hatten noch 18 Mannschaften an diesem Turnier teilgenommen, das 1998 als Dankeschön an die hilfreichen Vereine ins Leben gerufen worden war. Viele hatten 1997 den hochwassergeschädigten 1. FC Fürstenberg unterstützt.

Am Sonnabend konnte der 
1. FC Fürstenberg nach Absagen benachbarter Vereine wie der SG Aufbau oder dem FSV Dynamo froh sein, wenigstens zehn Teams begrüßen zu können. Während die Absage des 1. FC Marzahn 94 sich glücklicherweise als Irrtum herausgestellt hatte – die als aktuell betrachtete Mail war bereits ein Jahr alt – war Victoria Beeskow kurzfristig doch nicht gekommen. Immerhin konnte so auf zwei Kleinfeldern auf dem Hauptplatz in zwei Fünfer-Vorrunden-Gruppen gespielt werden.

„Das Interesse hat hier anscheinend nachgelassen“, bekräftigte Harry Rath, der nach seinen beiden Knie-Operationen am Montag bereits fünf Tage später ins Stadion gehumpelt kam. Doch selbst sein Verein, der EFC Stahl, hatte große Besetzungsprobleme. Anfangs waren so wenig Spieler da, dass der 1. FC Fürstenberg mit zwei Akteuren aushelfen musste, damit Stahl überhaupt losspielen konnte. Als nach und nach noch weitere Spieler kamen, gehörte der Pokalverteidiger zum Kreis der Favoriten. Doch er scheiterte wie schon vor zwei Jahren im Halbfinale am Möbiskruger SV, das mit Mario Materne, René Schenk und Peter Edel noch drei Akteure in seinen Reihen hatte, die auch regelmäßig in der Kreisklasse spielen.

Während Möbiskruge vor zwei Jahren auch das Finale gegen den Gastgeber Fürstenberg gewonnen hatte, unterlag der MSV dieses Mal im Endspiel dem Weißenseer FC. Der hatte das Halbfinale wie auch Möbiskruge im Neunmeterschießen gegen den Favoriten Ballchaoten Berlin entschieden. Das Team der Deutschen Bahn verfügte zwar über einige technisch gut ausgebildete Spieler, denen war jedoch im Turnier mehr und mehr die Puste ausgegangen.

Auch andere Mannschaften konnten teilweise mit prominenten Spielern aufwarten. So wirkte im vom ehemaligen EFC-Präsidenten Rainer König geführten Freizeit-Team des 1. FC Fürstenberg auch Brandenburgliga-Spieler André Keipke mit. Zwar fehlen noch wenige Monate bis zum 35. Geburtstag, doch da drückten alle ein Auge zu. Ob Keipke weiter im Freizeit-Team mitwirkt oder wieder für Stahl in der Brandenburgliga aufläuft, hatte er am Sonnabend noch nicht entschieden. Hingegen ist sein Trainer Rath optimistisch: „Wenn er sagt 'er weiß es noch nicht‘, dann hängt er bei uns bestimmt noch ein Jahr dran. 34 ist noch kein Alter zum Aufhören. Außerdem ist er topfit und hat keinen Gramm Fett.“

Obwohl das Freizeit-Team des 1. FC Fürstenberg mit dem Ausgang des Turnieres nichts zu tun hatte, waren die Spieler anschließend ähnlich ausgelassen wie die des Möbiskruger SV. „Für uns ist dieses Turnier immer ein schöner Saisonausklang. Ich glaube nur im ersten Jahr waren wir nicht dabei“, sagt Peter Edel. Dass es ihnen mehr auf Geselligkeit als auf den Sieg ankamt, hatten die Möbiskruger bereits unmittelbar nach dem Halbfinale gezeigt. Da hatten sie jeweils mit einem 0,5-Liter-Becher frisch Gezapftem auf den Sieg gegen den prominenten Nachbarn angestoßen.

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