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ewerner 24.06.2010 20:53 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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„Fantastisches Übungsobjekt“

Finowfurt (moz) Am liebsten würde Hans-Peter Piorr Brandenburg zur europäischen Modellregion in Sachen Photovoltaik ausrufen. Und Forschungsprojekte auf dem Flugplatz Finow lägen dem Verständnis des Eberswalder Professors nach dabei ganz vorn. „Wir haben ein irrsinniges Know-how hier in der Gegend.“

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© Torsten Stapel

Beim Bau des deutschlandweit als fünfgrößtes gehandelten Solarkraftwerks war schnell klar geworden: Kapital und Naturschutz treffen hart aufeinander, wenn es um erneuerbare Energien geht. Gerade auf den in Brandenburg vormals militärisch genutzten sogenannten Konversionsflächen, die Solarinvestoren anziehen, sind häufig wertvolle Naturschutzräume entstanden. Auch wenn Konfliktpotentiale nicht ausgeräumt sind – „in diesem Fall sind Investoren und Naturschützer weit aufeinanderzugegangen“, schätzt Piorr ein. „Diese Erfahrungen sind in Europa fast einmalig.“ Zu dem Schluss kam der Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE) als Moderator einer Fachtagung am Mittwoch. In Finowfurt tauschten sich Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Naturschutz, insbesondere am Beispiel der Photovoltaik-Anlage am Rollfeld, über erneuerbare Energien aus. Organisiert hatte die Tagung das Forum für Konversion und Stadtentwicklung (Fokus) im Rahmen des Brandenburger „Konversionssommers 2010“. Deutlich wurde vor allem eines: Die Investoren drängen auf kurze Genehmigungsverfahren. Naturschützer dagegen brauchen Zeit, um die schützenswerte Flora und Fauna überhaupt erst zu erforschen.

„Es muss schnell gehen, sonst lohnt sich das nicht“, sagt Claus Mattheis von der solarhybrid AG, die das Solarkraftwerk auf dem Flugplatz gebaut hat. „Rückblickend ist das natürlich aus unserer Sicht nicht ganz so gut gelaufen“, bemerkte der Barnimer Nabu-Chef Andreas Reichling über den Kraftwerksbau. Erst nachdem sich der Naturschutzverband eingemischt hatte, gab es Auflagen der Kreisbehörden. Mittlerweile hat die solarhybrid Eidechsenwälle und Fledermausquartiere gebaut, auch Feuchtbiotope neu angelegt. „Viele Probleme sind ja jetzt bekannt. Der Nabu ist weiter für Photovoltaik-Anlagen. Wir hoffen, dass wir uns in Zukunft frühzeitig abstimmen“, sagt Reichling auch in Hinblick auf das geplante zweite weitaus größere Projekt der Solarfirma auf dem Flugplatz.

„Wir müssen eine Rezeptur erstellen für solche Projekte“, sagt Professor Piorr. Bemühungen dazu gibt es von vielen Seiten. Andreas Fennert von der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim etwa legte bei der Fachtagung einen Konzeptentwurf für Photovoltaik-Anlagen in den Landkreisen vor. „Ein informelles Planwerk“, das Genehmigungsverfahren beschleunigen könnte: Es soll Investoren auf geeignete Flächen hinweisen.

Die Anlage auf dem Flugplatz, sagt Professor Piorr, „ist ein fantastisches Übungsobjekt“ für die Forschung. Interessant seien die Bodenverhältnisse, der Wasserhaushalt, der sich verändert, weil sich an den Modulen Regenwasser sammelt und abtropft. „Wir würden gern Versuche machen zu unterschiedlichen Varianten der Begrünung zwischen den Modulen“, führt er beispielsweise an. Die HNEE hat sich aber für das Monitoringprogramm beworben, über das Fauna und Flora dort in den nächsten Jahren beobachtet werden sollen. Das werde man bei der Vergabe berücksichtigen, sagt solarhybrid-Vorstand Mattheis, „da die direkte Nähe zum Objekt sicherlich Vorteile bietet“. Weitere Forschungsprojekte würden erst einmal nicht finanziert. „Wir sind jedoch für Ideen 
offen.“

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