„Wir wollten keine Trauerfeier (moz) „Glücklich die Künstler, sie bleiben unsterblich in ihren Werken“, hatte Laudator Jens Christian Jensen aus Kiel anlässlich der Gedenkfeier für den am 6. Juni verstorbenen Ehrenbürger der Stadt Eberswalde Paul Wunderlich gesagt. Dieser Satz prägte ganz im Sinne der Familie des Künstlers die gesamte Veranstaltung, mit der auch die neue Sonderausstellung „Beflügelt“ eröffnete wurde.
Mein Papa war dem Leben stets zugewandt und immer neugierig auf etwas Neues“, so Laura Wunderlich, die mit ihrer Mutter Karin Székessy im Saal des Paul-Wunderlich-Hauses Platz genommen hatte. Durch die Kunst werde sie ihrem Vater immer verbunden bleiben, erklärte die Hamburgerin, die selbst auch zeichnet. „Nach Eberswalde bin ich gern gekommen. Die Ausstellungen hier mit Werken meines Vaters sind immer liebevoll gestaltet“, fügte sie hinzu.
An der Planung und Vorbereitung von „Beflügelt“ habe sich der Künstler noch selbst beteiligt. Der Betrachter der neuen Ausstellung gewinne auch viele Eindrücke von Wunderlichs Privatleben, hatte Landrat Bodo Ihrke in seiner kurzen Ansprache hervorgehoben. Staatssekretär Martin Gorholt würdigte Wunderlich als großen internationalen Künstler und Visionär. Bürgermeister Friedhelm Boginski bescheinigte dem Künstler mit seinen Werken in Eberswalde weltweites Interesse für die Kreisstadt zu wecken.
Prof. Heinz Spielmann, Vorstand des Stiftungsrats der Stiftung für das Paul-Wunderlich-Haus, nannte Wunderlich einen Aufklärer, der sich die Freiheit nahm., „Seinen Lebensraum so einzurichten, wie er es wollte“.
Thomas Gädeke, Kurator des Landesmuseums Schleswig-Holstein, hob noch einmal das ausgesprochen vielseitige Schaffen Wunderlichs hervor. Er habe Möbel, Geschirr, Bestecke und Schmuck entworfen. Als Maler aber sei er viel zu wenig gewürdigt worden, sagte Gädeke. Dem Freundeskreis Paul Wunderlich Stiftung überreichte er im Auftrag ein Relief, das der Künstler 1998 für sein eigenes Grabmal gefertigt hatte und das sich nun in die ständige Ausstellung einreihen wird.
Mit „Beflügelt“ werden erstmals in diesem Umfang Design und Objektkunst Wunderlichs präsentiert. Es sind größtenteils Leihgaben aus Hamburg und Südfrankreich, die die phantasievolle und spielerische Auseinandersetzung des Künstlers mit Form und Funktion belegen. Zu sehen ist auch eine Auswahl an Druckgrafiken aus früheren Jahren. „Wunderlichs Arbeiten sind sehr vielschichtig und haben mein eigens Schaffen bereichert“, sagt der Choriner Andreas Bogdain, der den Künstler 1998 als damaliger Mitarbeiter des Museum persönlich kennenlernte und bis zu seinem Tod mit ihm befreundet war. Die Sonderausstellung ist bis Juni 2011 zu sehen.
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