Biesenthal (moz) Heike Stermann packt zusammen. Einen Couchtisch, zwei CD-Ständer und einige CDs hat sie heute schon verschenkt. Ein paar Pullover und Plüschtiere sind noch übrig geblieben. Sie selbst hat eine Espressokanne bekommen und einen antiken Holzpuppenwagen. Über den freut sie sich ganz besonders. „So ein wunderschöner und gut erhaltener Puppenwagen würde auf dem Flohmarkt sicher einige Euros einbringen. Hier haben sich gleich zehn Leute für den Wagen interessiert“, erzählt sie. Deshalb musste der Schenkende dann das Los entscheiden lassen. Heike Stermann hatte Glück.
Schenken macht Freude: Beim Biesenthaler Verschenkemarkt konnten Besucher viel entdecken.Foto: Kristin Görlitz
Es sei erstaunlich, was auf dem Verschenkemarkt alles angeboten werde, findet die Biesenthalerin. Während auf dem Flohmarkt und beim Internetauktionshaus „Ebay“ um jeden Cent gefeilscht wird, sei die Atmosphäre auf dem Verschenkemarkt friedlich und geradezu spendabel. „Am Anfang ist da schon ein gewisses Schamgefühl, die Dinge einfach wegzunehmen, so ganz ohne Bezahlung“, gibt Heike Stermann zu.
Thomas Janoschka, der hier von allen „Naschi“ genannt wird, hat den dritten Verschenkemarkt mitorganisiert. Die Initiative ging von den Bewohnern des Gemeinschaftshofes „Wukania“ aus. Es sei ein Wahnsinn, was tagtäglich weggeschmissen werde und gleichzeitig bizarr, aus welchen Dingen andere noch Geld zu schlagen versuchen, findet er. Der Verschenkemarkt sei als „kleine, aber feine Gegenaktion“ zu verstehen. Janoschka betont, dass jene Geste des Verschenkens ganz zwanglos sei und auf keinen Fall darf nur jener beschenkt werden, der auch selbst etwas verschenkt.
Verschenkemärkte gibt es mittlerweile überall in der Bundesrepublik und in Berlin haben sich auch schon einige „Umsonst-Läden“ etabliert. Dinge, die noch gebrauchsbereit und in Ordnung sind, können einfach in einem Umsonstladen, zum Beispiel in der Brunnenstraße 183, vorbeigebracht werden.
Im September findet in Bremen das bundesweite Umsonstladen-Treffen „Gib und Nimm“ statt.
Besonders häufig wurden am Samstag vor dem Biesenthaler Kulturbahnhof Spiele, Spielzeug, Bücher und Geschirr weitergegeben. Alte Elektronik, wie sperrige Computerbildschirme, fanden eher seltener einen neuen Besitzer. Spiele-Fan Janoschka freute sich über einen Volleyball und zwei Brettspiele, die er unter den mitgebrachten Dingen fand. Die übrig gebliebenen Dinge übergaben die Organisatoren an die Lobetaler Ukraine-Hilfe.
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