Erkner (moz) Die städtische Wohnungsgesellschaft Erkner (WGE) hat einen Konflikt mit dem Investor für das City-Center an der Friedrichstraße. Denn die Fundamente der neugebauten Balkons der beiden Plattenbauten, zwischen die die Einkaufspassage platziert wird, ragen auf das City-Center-Gelände. Das verursacht Komplikationen und Mehrkosten.
Großbaustelle City-Center Erkner: Zwei Bagger und zwei Radlader bewegen die gewaltigen Erdmassen, die der Investor für einen stabilen Baugrund austauschen lassen muss. Der alte Boden wird abgetragen, um auf ein Fließ überwiegend Betonreycling aufzutragen.
City-Center-Investor Manfred Schenk beklagt, dass die Fundamente der Balkone beider Plattenbauten links und rechts der Baulücke an der Friedrichstraße in sein Grundstück hineinragen. Eigentümer der Gebäude ist die WGE, die vor etwa zehn Jahren neue Beton-Balkone an die Südfassade hat setzen lassen. „Die wurden nach der Wende gebaut. Da muss man sich doch ans Baurecht halten, das überall in Deutschland gilt“, sagt Manfred Schenk.
„Wir versuchen, das zu heilen“, sagt WGE-Geschäftsführer Achim Wegeleben. Als es um den Bau der Balkone ging, habe sich herausgestellt, dass jemand dieses Grundstück gekauft hat. Denjenigen habe die WGE angeschrieben und der habe bestätigt, dass er nichts dagegen hat, wenn die Fundamente geringfügig über die Grenze reichen. Inzwischen hat Schenk das Land gekauft und sein Anwalt zweifele die Zustimmung an, weil so etwas nur auf privatrechtlicher Ebene möglich sei, so Wegeleben.
„Nun wollten wir ein Stück vom Fundament absägen“, erzählt der WGE-Chef weiter. Ursprünglich dachte er, es geht um 5 Zentimeter. Doch dann stellte sich heraus, dass die tatsächliche Grenze anders verläuft – nun sind es 15 Zentimeter, und die ließen sich aus statischen Gründen nicht einfach abtrennen. „Wir werden sicher eine Lösung finden.“ Die kalkuliert Wegeleben bereits auf 70 000 Euro. „Ich hätte mir gewünscht, dass im Bebauungsplan ein Abstand von 20 Zentimetern ausgewiesen worden wäre. Dann hätten wir jetzt kein Problem und keine Kosten.“ Ursache sei, dass der City-Center-Investor ganz dicht an die beiden Plattenbauten heran bauen wolle, sagt der WGE-Chef.
Indessen laufen die Erdarbeiten auf dem großen Areal hinter der 35 Meter breiten Baulücke der Friedrichstraße auf Hochtouren. „Wir bringen das Gelände auf die Höhe, die wir für die Tiefgarage brauchen“, sagt Bauleiter Jan Reymann. Das heißt, im Durchschnitt wird der Boden einen Meter tief abgetragen. Ein Fließ mit überwiegend Betonrecycling obendrauf sorgt zunächst für festen Baugrund, durch den die Pfahlgründung gebohrt werden soll. „Die ersten vier 20 Meter langen Probepfähle haben wir bereits gebohrt“, so Reymann. Der Bodenaushub indessen kommt, je nach Bewertung durch einen Gutachter, auf verschiedene Deponien, darunter auch die in Erkner und Schöneiche.
Für die Anwohner sind damit harte Zeiten angebrochen. „Ich kann kein Fenster bei der Hitze aufmachen“, sagt Elsbeth Kien: „Von der Straße kommt der Autolärm, und von hinten der Staub.“ Der ziehe in Mengen durch ihre Wohnung im ersten Stock, gleich über dem freigelegten Balkon-Fundament.
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