Gartz (moz) Von Eva-Martina Weyer
DDR-Bückware steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die das Ackerbürgermuseum Gartz gerade vorbereitet. Sie wird am kommenden Freitag eröffnet und kam auch zustande, weil Betriebe und Privatpersonen Dokumente und Exponate zur Verfügung gestellt haben.
Das Museum, das sich in Trägerschaft des Fördervereins Gartz befindet, hat der Ausstellung den Titel „Bückware – von der Verstaatlichung zur Mangelwirtschaft“ gegeben. Es beleuchtet mit diesem Thema Regionalgeschichte. Dieses Anliegen wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt.
Das kleine Ackerbürgermuseum ist selbstverständlich nicht in der Lage, das Thema wissenschaftlich zu behandeln. Es rückt vielmehr den regionalen Aspekt in den Vordergrund. Die Bürger von Gartz und Umgebung werden sich in dieser Sonderschau wiederfinden.
Sie beleuchtet den einst so schwierigen Bereich von Handel und Versorgung im ländlichen Raum. Sie wirft ein Schlaglicht auf die individuelle Hauswirtschaft samt Einweckzeit und Hausschlachtungen. Und sie macht jüngeren Generationen klar, was einst unter dem Wort Bückware zu verstehen war.
Junge Leute wissen zum Beispiel heute gar nicht, dass dieses Wort zu DDR-Zeiten Waren bezeichnete, die wegen ihrer Knappheit nur unterm Ladentisch gehandelt wurden. Die Verkäuferin musste sich nach ihnen bücken oder aber man musste andere, knappe Waren dagegen eintauschen. Diese Vorgehensweise war nicht nur im privaten Bereich üblich, sondern auch zwischen den Betrieben.
Manfred Arndt, jetzt stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, hat vor der Wende im Großhandel Waren des täglichen Bedarfs, kurz WTB, gearbeitet. Er erinnert sich an diese Praxis: „Einen Karton Rosenthaler Kadarka haben wir zum Beispiel gegen Ersatzteile für einen Gabelstapler eingetauscht.“
„Unsere Ausstellung muss natürlich ständig aktualisiert werden“, verdeutlicht Museumsmitarbeiterin Gerlinde Berndt. „Die Aussagen von Zeitzeugen spielen deshalb eine große Rolle für uns.Jeder ist eingeladen, seine Erlebnisse zu erzählen oder Ausstellungsstücke beizusteuern.“
Eröffnung Sonderausstellung am 9. Juli um 10 Uhr, am Abend um 20 Uhr Freilichtkino auf dem Museumshof mit „Der Baulöwe“.
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