(moz) Frankfurt Jakob Molchadskiy, Mitglied in Frankfurts Jüdischer Gemeinde, kann es kaum noch erwarten. Um 14 Uhr wird heute in den Räumen seiner Gemeinde in der Halben Stadt eine Ausstellung eröffnet, die den Rabbiner Martin Salomonski ehrt. Der im Juni 1881 in Berlin geborene Seelsorger und Philologe arbeitete von 1910 bis 1925 als Rabbiner hier in Frankfurt, war später Religionslehrer und Rabbiner an der Liberalen Synagoge Norden in Berlin und Leiter des Aufbringungswerkes bei der Jüdischen Kultusvereinigung Berlin. Im Juni 1942 wurde Martin Salomonski nach Theresienstadt deportiert, kam von dort am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz. „Dann verliert sich seine Spur und jeder ahnt, was passiert ist“, so Jakob Molchadskiy. Deshalb wolle man jetzt Martin Salomonski, der vor hundert Jahren nach Frankfurt kam, mit dieser Ausstellung ehren.
Die Ausstellung ist vor allem Jakob Molchadskiy zu verdanken, der ein Großteil der wertvollen Stücke und das umfangreiche Recherchematerial zusammentrug. Helfer hatte er in Naoum Cheer und Yosyp Vaysblat, die malerten, Vitrinen bauten und das Material gestalteten.
Zur Ausstellungseröffnung kommen heute Verwandte von Martin Salomonski und Gäste aus zahlreichen Ländern, darunter aus den USA und Argentinien, nach Frankfurt.
Geehrt wird Martin Salomonski auch auf anderer Art: In dieser Woche werden 25 neue Stolpersteine in Frankfurt und Slubice verlegt. Die Gedenksteine sollen an Frankfurter erinnern, die Opfer der Nationalsozialisten wurden. Zu der Verlegung kommen auch der Initiator des Projekts, Gunter Demnig, und der Israelische Gesandte Emmanuel Nahshon in die Oderstadt. Der erste Stein wird heute um 12 Uhr auf dem Brunnenplatz für den Rabbiner Martin Salomonski verlegt.
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