Biesenthal (moz) Gestern war es so weit. Die Jury im Wettbewerb um die Naturparkgemeinde des Jahres 2010 war im Barnim unterwegs, um in Augenschein zu nehmen, was die Bewerber schriftlich eingereicht haben. Besucht wurden die Städte Biesenthal und Eberswalde. In Biesenthal war die MOZ dabei.
Nach gebührendem Abstand will Biesenthal erneut Naturparkgemeinde des Jahres werden. 2004 hatte die Stadt bereits den Titel errungen. Erfolg versprechend scheint das der Stadt, da die Bewirtschaftung, Pflege und der Schutz des kommunalen Waldes in diesem Wettbewerb besonders im Fokus stehen.
Nachdem der Wald viele Jahre ein Zuschussgeschäft für die Stadt Biesenthal war, habe man sich vor vier bis fünf Jahres gesagt, dass das nicht so bleiben muss, zumal Biesenthal relativ viel Wald besitzt, schilderte im Biesenthaler Rathaus Bürgermeister André Stahl das Herangehen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Holzpreise will Biesenthal den Wald als langfristigen Schatz der Stadt behandeln. Das heißt, dass nicht die Gewinnabschöpfung im Vordergrund steht, sondern Erlöse wieder in den Wald und vor allem dessen Pflege investiert werden sollen, aber auch in den Wegebau im Rahmen des Katastrophenschutzes und den Erwerb weiterer Waldflächen.
Etwa 90 Prozent des Biesenthaler Stadtwaldes sind Kiefern, davon wurde das Gros nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt und seitdem nicht gepflegt und durchforstet, erläuterte Förster Jürgen Hey, der im Auftrag der Stadt den Wald betreut. Man arbeitet am Waldumbau, etwa neun Hektar jährlich sollen mit Laubbaumarten aufgeforstet werden. Unterstützt werde auch der Erhalt von Flächen mit Totholz, die der Natur völlig überlassen bleiben. Insgesamt verfügt die Stadt Biesenthal über 1254,12 ha Wald im Eigentum.
In der Begründung des Antrages auf den Titel Naturparkgemeinde 2010 heißt es unter anderem: „Im Rahmen des Waldumbaus wurden im Wirtschaftsjahr 2009 19 000 Stück Traubeneichen und 19 600 Stück Rotbuchen gepflanzt, mithin wurde eine Fläche 6,26 ha Wald angebaut. Die Stadt Biesenthal verfügt über eine umfassende Forsteinrichtung.
Bei der Ausführung der Arbeiten wurden nur ökologisch zulässige Verfahren angewendet. Damit konnte die Stabilität des Stadtwaldes gegen biotische und abiotische Schäden weiter verbessert werden.“ Was für den Wald und dessen biologisches Gleichgewicht getan wurde, besichtigte die Jury beim Wiedervernässungsprojekt Rabenluch. Außerdem wurde unweit des Samithsees ein neu gepflanzter Unterbau mit Buchen angeschaut.
Die Auszeichnung als Naturparkgemeinde erfolgt am 28. August beim Naturparkfest, das in diesem Jahr seit langem wieder einmal im Barnim, am alten Speicher in Hobrechtsfelde stattfindet.
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