Bernau/Eberswalde (moz) Von Kai-Uwe Krakau
Der kreisliche Wirtschaftsausschuss hat 100 000 Euro für die Wito Barnim GmbH freigegeben. Die vom Kreistag gewährten zusätzlichen Mittel sollen für die Qualifizierung des Fördermittel-Managements und eine Verbesserung der Fördermittel-Akquise eingesetzt werden.
Die Zustimmung in dem Gremium erfolgte einstimmig, eine Diskussion gab es nicht. Wie Wito-Geschäftsführer Rüdiger Thunemann sagte, soll von dem Geld eine „Barnimer Förderfibel“ erarbeitet werden. Sie werde übersichtlich und handhabbar für alle Kompetenzbereiche und Branchen des Landkreises die bestehenden Fördermöglichkeiten einschließlich Ansprechpartner von Europäischer Union, Bund, Land und Kommune enthalten. Das Projekt soll laut Thunemann als Werkvertrag vergeben werden.
Der Rest des Geldes fließt der „normalen“ Wirtschaftsförderung zu. Dazu gehören u.a. Beratungen, Qualifizierungen, die Öffentlichkeitsarbeit sowie Werbung und die Teilnahme an Messen und Konferenzen. Ein Teil kann zudem in das neue Jahr übernommen werden. Er dient dann als Basisbetrag für die Wiederbesetzung der Stelle des zweiten Wirtschaftsförderers.
Die Wito hatte im Haushaltsjahr 2010 eine Kürzung im Etat von 110 000 Euro verkraften müssen. 50 000 Euro zahlte der Kreis weniger, die Stadt Eberswalde senkte ihren Zuschuss um 60 000 Euro. Die Folge: Eine Stelle in der Wirtschaftsförderung blieb unbesetzt.
Wie Thunemann vor dem Ausschuss sagte, stehen weiterhin drei Unternehmen vor einer Ansiedlung im Barnim. Dabei gehe es um ein Investitionsvolumen von 45 Millionen Euro, 250 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Die Verhandlungen mit dem baden-württembergischen Unternehmen Weber Motor dauerten dabei an, so der Wito-Geschäftsführer. Die Stadt Bernau sei eingebunden und sehr kooperativ. Der Automobilzulieferer will sich möglicherweise auf dem Gelände des ehemaligen Heeresbekleidungshauptamtes an der Schwanebecker Chaussee niederlassen.
An 45 Vorhaben werde gearbeitet, so Thunemann weiter. Die potenzielle Investitionssumme bezifferte er auf 130 Millionen Euro, 200 Arbeitsplätze könnten entstehen.
Zudem führten die Mitarbeiter der Wito insgesamt 97 Beratungen für Barnimer Firmen durch. Dabei ging es um die Standortentwicklung, Finanzierungsfragen sowie die Fördermittelproblematik.
In der Suche-Biete-Börse sind gegenwärtig mehr als 4000 Unternehmen zu finden. „Seit Jahresanfang erhalten potenzielle Firmen per Mail automatisch Informationen über Ausschreibungen“, sagte der Wito-Geschäftsführer.
Im Zusammenhang mit der angedachten Fachschule für Wirtschaft und Technik wurden inzwischen rund 1000 Anfragen an Unternehmen verschickt. Damit will die Wito herausfinden, ob überhaupt ein Bedarf besteht. Ferner sollen Partner gewonnen werden. „Der Rücklauf ist noch schwach“, räumte Thunemann ein.
Bei DSL und „schnellem Internet“ rechnet der Wito-Chef damit, dass in zwei Jahren „alles abgedeckt ist“.
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