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Mehr Windräder für den Barnim

Die Windräder bleiben jedoch stehen (moz) Von Kai-Uwe Krakau

  Windräder bei Willmersdorf ©

Die Grundlage für die Suche nach neuen Windeignungsflächen war ein Gutachten, das sich mit der „infrastrukturellen Vorprägung“ der Landschaft beschäftigte. Danach rücken nun auch Gebiete in den Mittelpunkt, die ohnehin bereits als „belastet“ gelten. Dies kann optisch sein, etwa wenn es Hochspannungsmasten und Freileitungen gibt. Oder auch akustisch durch den Lärm einer nahen Autobahn oder Bundesstraße. Besonders geeignet sind dabei auch Flächen entlang der geplanten 
380-kV-Freileitung, die von Prenzlau nach Neuenhagen führen soll und damit den Barnim durchquert.

„Der Maßstab für unsere Arbeit ist die brandenburgische Energiestrategie, wonach der Anteil der erneuerbaren Energien am Verbrauch bis zum Jahr 2010 auf ein Fünftel erhöht werden soll“, sagte Andreas Fennert von der Regionalen Planungsstelle in Eberswalde. Eine besondere Bedeutung komme in diesem Zusammenhang der Windkraft zu. Auf zwei Prozent der Landesfläche sollen die Anlagen demnach künftig stehen.

Im Barnim gibt es gegenwärtig insgesamt zehn Standorte. Dies sind Tempelfelde-Willmersdorf, Trampe, Krummensee, Birkholz, Lindenberg, Ladeburg, Schönerlinde,Klosterfelde, Lichterfelde sowie Parstein. Drei Gebiete sollen, so der gegenwärtige Stand, erweitert werden. Betroffen sind Tempelfelde-Willmersdorf (von 300 auf 900 Hektar), Krummensee sowie Lichterfelde. Alle anderen Flächen werden dagegen verkleinert.

Liegt für das Gebiet ein Bebauungsplan vor, dies ist rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben, können sie durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Im anderen Fall besteht Bestandsschutz.

Zu Einzelhäusern muss künftig ein Abstand von 800 Metern eingehalten werden, zu einer „geschlossenen Wohnbebauung“ sind es 1000 Meter. „Das führt in Birkholz beispielsweise zu einer Verkleinerung der Fläche“, so Fennert.

Die Windeignungsgebiete, die neu ausgewiesen werden, liegen in Grüntal (rund 400 Hektar), Börnicke (100 Hektar), Blumberg (400 Hektar), Wandlitz (an der A11-Abfahrt, 550 Hektar), Prenden (350 Hektar) sowie im Autobahndreieck Pankow 
(100 Hektar). Allerdings, so betont es die Leiterin der Planungsstelle, Claudia Henze, sind diese Größenordnungen noch nicht endgültig. „Da kann sich noch einiges ändern.“

Auch könnten noch keine Aussagen darüber getroffen werden, wie viel Windmühlen auf den jeweiligen Flächen errichtet werden. Dies entscheide der Betreiber, der dabei bestimmte Richtlinien beachten muss. So gebe es beispielsweise den Grundsatz, dass der Abstand zwischen den Rädern mit höherer Leistungsfähigkeit zunimmt. Neu ist zudem, dass Waldgebiete für die Windenergienutzung geöffnet werden.

Im Herbst soll der Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windnutzung, Rohstoffsicherung und –gewinnung“ vorliegen. Anschließend wird er zwei Monate öffentlich ausgelegt. Er ist dann in den Verwaltungen der Städte und Gemeinden einsehbar, aber auch im Internet zu finden. „Jeder kann dazu seine Meinung sagen, Bedenken und Vorschläge äußern“, so Claudia Henze. Die anschließende Abwägung wird dann voraussichtlich ein halbes Jahr dauern, das Ergebnis ist ein neuer Entwurf. Vor Ende 2012 sei demnach nicht damit zu rechnen, dass der Plan rechtskräftig wird.

Nach Angaben der Regionalen Planungsstelle haben bereits einige uckermärkische Kommunen, darunter Tantow, Grünow und Klockow, einen Antrag auf Ausweisung von neuen Windeignungsgebieten gestellt. „Wir erwarten noch mehr entsprechende Wünsche“, sagte Leiterin Henze. Aus dem Landkreis Barnim liege dagegen noch nichts vor. Die Gründe für die Anträge dürften vor allem finanzieller Art sein. Seit Januar 2009 verbleiben nämlich 70 Prozent der Gewerbesteuer in der jeweiligen Kommune, die restliche Summe erhält die Gemeinde am Sitz der Betreibergesellschaft. Angesichts knapper Kassen ist das sicherlich ein nicht zu verachtendes Zubrot.

Im Barnim wurden bisher 
110 Windkraftanlagen errichtet, weitere fünf sind genehmigt. Zum Vergleich: In der Uckermark stehen 444 Räder, 47 neue haben schon den Segen der Behörden.

Die Regionale Planungsgemeinschaft im Internet: www-uckermark-barnim.de

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