Harnekop (moz) Mit einer feierlichen Fahnenzeremonie und einer anschließenden Abkühlung ist bei Rekordtemperaturen das deutsch-polnische Sommercamp in Harnekop eröffnet worden. Mehr als 50 Kinder aus beiden Ländern verleben eine Woche im Zeichen der vier Elemente.
Selten sind Reden bewusst so kurz gehalten worden – niemand der Anwesenden wollte bei 38 Grad länger als nötig in der prallen Sonne auf dem Platz stehen, der von rund einem Dutzend Zelte gesäumt wird. Sie sind für die Woche die Unterkunft der Campteilnehmer im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Doch nicht nur das Hissen der beiden Staatsflaggen zu den Klängen der Nationalhymnen nahm einige Minuten in Anspruch. Auch der Dank an viele Unterstützer, ohne die das dritte Projekt dieser Art nicht möglich geworden wäre, durfte natürlich nicht fehlen.
Joanna Stein, die Vertreterin der Euroregion Pro Europa Viadrina, konnte sich höchstpersönlich ein Bild davon machen, dass die Förderung aus EU-Mitteln bestens angelegt ist. Doch nicht nur auf die finanzielle Seite kommt es an: Sechs ständige Betreuer werden durch mehrere weitere Helfer ergänzt. Zudem wurde das Geschirr, für so viele Personen beim Team des Kinderland-Vereins um Carola Damaszek nicht in dieser Anzahl vorrätig, aus verschiedenen Quellen aufgestockt. Auch mehrere Dolmetscher sind im Einsatz.
Dennoch ist die gesicherte Finanzierung wichtig: Sie sei enorm erleichtert gewesen, als „am 9. Juni um 15.32 Uhr die Zusage eintraf“, betonte die Hauptorganisatorin. „Die Kinder wären sonst sehr traurig gewesen. Ich wüsste nicht, was ich sonst getan hätte“, so Carola Damaszek. Seit April waren die umfangreichen Vorbereitungen gelaufen.
Er freue sich, dass nach 2009 und bereits dem Jahr zuvor nun erneut ein solches binationales Naturerlebniscamp stattfinde, sagte Amtsdirektor Karsten Birkholz und hieß insbesondere die aus Polen angereisten Mädchen und Jungen willkommen. Es sei eine Bereicherung, dass die Euroregion ein Projekt nur mit Troszyn nicht gefördert habe und Bogdaniec nun dazugekommen sei, fügte Prötzels Bürgermeister Rudolf Schlothauer hinzu. Mit der dortigen Schule beginnt sich nach dem Schülerprojekttag unlängst im Bunker eine dauerhafte Kooperation herauszubilden.
Dafür sprach auch die Anwesenheit von Krystyna Plawska, der Bürgermeisterin von Bogdaniec, die den Campteilnehmern wie Birkholz und Schlothauer jede Menge Spaß und nicht unbedingt alle Tage eine solche Hitze wünschte. Schließlich, ließ Carola Damaszek am Rande wissen, stehen Aktionen mit Pfeil und Bogen, Angel und Becher selber bauen und manches mehr auf dem Programm. Am Eröffnungstag kam die Erfrischung dann umgehend: Begeistert ließen sich die jungen Polen und Deutschen mit dem Vorrat aus dem Tanklöschwagen der Harnekoper Feuerwehr nassspritzen.
Bundestagsabgeordneter Hans-Georg von der Marwitz (CDU) hatte selbst nicht kommen können, dafür aber zwei junge Männer als Vertreter geschickt. Seinen Mitarbeitern Axel Metzler und Kay Juschka wurden die 1000 Papierkraniche übergeben, die im Vorjahr die Campteilnehmer als Friedensbotschaft gebastelt hatten. Möglichst bald soll nun ein Termin mit Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ausgemacht werden.
Falls es klappt, wird eine Delegation der diesjährigen Campteilnehmer mit dabei sein, wenn dieser die Kraniche in Empfang nimmt. Wie einfach Frieden und herzliches Miteinander über Ländergrenzen und womöglich Sprachbarrieren hinweg oft sein können, dafür ist das Projekt in Harnekop ein gutes Beispiel.
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