Angermünde/Schwedt (moz) Ein „Zug der Tagelöhner“ erreicht in diesem Monat die Städte Angermünde und Schwedt. Dabei handelt es sich um eine Aktion der Sozialen Bewegung Land Brandenburg im Rahmen des Europäischen Jahrs gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Der Zug – bestehend aus mehreren Fahrzeugen mit Arbeitslosen – startet am 19. Juli in Jüterbog und endet am 28. Juli in Berlin. Die Teilnehmer wollen vor allem auf die Zunahme unsicherer Arbeits- und Lebensverhältnisse aufmerksam machen. Bei spektakulären Auftritten in insgesamt neun Städten haben sie vor, mit Bürgern, Ämtern und Politikern ins Gespräch zu kommen. „Wir sind vom Sozialabbau betroffene Menschen, mit denen seit Jahren Stigmatisierung betrieben wird und die es satt haben, ständig gegeneinander ausgespielt zu werden“, so Birgit Kühr von der Bürgergemeinschaft gegen Sozialabbau in Angermünde. Sie beteiligt sich ebenfalls an der Aktion.
Nach Ansicht der Bürgergemeinschaft ist der Anteil an Arbeitslosen in Angermünde und seinen Ortsteilen besonders hoch. „Die Ein-Euro-Jobs sprießen wie Pilze aus dem Boden“, so Birgit Kühr. „Durch die Leiharbeit werden die Löhne immer weiter abgesenkt. Viele arbeiten schon als Praktikant, kostenlos natürlich. Das alles darf und kann nicht unsere Zukunft sein.“
Mit einem sogenannten „Sklavenmarkt“ vor dem Grundsicherungsamt soll das Thema Billigarbeitskräfte öffentlich gemacht werden. Dazu führen Mitglieder der Bürgergemeinschaft ein Straßentheater auf. Zudem gibt es einen Informationsstand.
Die Soziale Bewegung Land Brandenburg fordert zehn Euro Mindestlohn, 500 Euro Eckregelsatz ohne Sanktionen und die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.
Der Zug der Tagelöhner gastiert am 22. Juli in Schwedt. Am 23. Juli macht er vormittags in Angermünde vor dem Grundsicherungsamt in der Kreisverwaltung in der Berliner Straße Station. Das Straßentheater beginnt um 9.30 Uhr.
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