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Red. Uckermark, Uckermark

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Post, die den Adressaten nie erreichte

Schwedt (moz) Im Foyer des Rathauses 2 ist seit Mittwoch die Sonderausstellung „Die Arbeit am Feind ... – Der Bürger im Visier der Stasi“ zur Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit zu sehen. Gezeigt werde, so Museumsleiterin Anke Grodon, eine Wanderausstellung der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Außenstelle Frankfurt (Oder), die sich mit den Themen Politische Prozesse, Beobachtung, Postgeheimnis und Jugend als Opposition auseinandersetzt.

16 Tafeln informieren über die Arbeitsweise der Staatssicherheit und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen in den ehemaligen Bezirken Frankfurt (Oder) und Cottbus. Das MfS setzte inoffizielle Mitarbeiter (IM) ein, um Informationen zu beschaffen. Dokumente des MfS belegen, dass 1986 im Bezirk Frankfurt (Oder) ein IM auf 95 Einwohner kam. Viele DDR-Bürger zeigten jedoch Zivilcourage und entzogen sich der Anwerbung als IM.

Trotz verfassungsmäßig verbürgten Postgeheimnisses kontrollierte die Stasi Briefe, Postkarten, Pakete und Telegramme des innerdeutschen Postverkehrs, aus dem Ausland und auch innerhalb der DDR. Viele Antragsteller auf Einsicht in die Stasi-Akten entdecken heute Kopien von Postsendungen, die ihren Adressaten nie erreicht haben.

Die Exposition zeigt auch: Banale Anlässe genügten, um die Aufmerksamkeit des MfS zu erregen. Von Januar 1979 bis September 1980 observierte die Staatssicherheit eine Gruppe Jugendlicher im operativen Vorgang „Gruppe“ mit dem Ziel, „feindliche Tätigkeiten“ einzuschränken. Die Jugendlichen waren auffällig geworden, weil sie die Politik von SED und Regierung infrage stellten, den Wehrdienst mit der Waffe verweigerten und eigene gesellschaftspolitische Vorstellungen äußerten. Trafen sich die Freunde, wurden sie von der Stasi beobachtet und fotografiert.

Ausstellung: bis 31. August im Foyer des Rathauses 2, Neubauerstraße 5; Öffnungszeiten: Mo 9-12 Uhr, Di 9-12 und 13-18 Uhr, Do 9-12 und 13-15 Uhr, Freitag 9-12 Uhr.

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