Wriezen (moz) Barnim-Oderbruchs Amtsdirektor Karsten Birkholz sowie die Bürgermeister von Neulewin, Letschin und Wriezen haben gestern den Weg für eine schnelle Internetverbindung in der Region geebnet. Sie unterzeichneten einen Vertrag, gebietsübergreifend ein Richtfunknetz zu installieren.
„Wir haben uns für eine Richtfunk-Lösung entschieden“, sagte Karsten Birkholz, Amtsdirektor von Barnim-Oderbruch. Die amtsangehörigen Gemeinden Oder-
aue und Neulewin sollen zusammen mit dem Neutrebbiner Ortsteil Altlewin, dem Letschiner Ortsteil Neubarnim und den Wriezener Orten Altwriezen und Beauregard mit Breitband, einer schnellen Internetverbindung, versorgt werden.
Für den Endverbraucher werde es keinen Unterschied machen, ob er die Verbindung via Funk oder Kabel bezieht, sagte Birkholz. Die Nutzer könnten ihr Netzwerkkabel etwa in einen Router stecken, der mit den Funkmasten in Kontakt steht. Eine langsamere Verbindung, wenn sich viele Menschen gleichzeitig ins Internet wählen, sei nicht zu befürchten.
In jedem Ort müssen mehrere Richtfunkmasten aufgestellt werden, die in Sichtkontakt zueinander stehen. In der Dorfmitte des Neulewiner Ortsteils Neulietzegöricke befindet sich zum Beispiel eine hohe Baumreihe, sodass etwa vier Masten benötigt werden. Genau kann das erst geklärt werden, wenn die Signalstärke mit einem Netzanbieter festgelegt wurde. „Sie dürfen sich die Funkmasten nicht wie riesige Telefonmasten vorstellen“, sagte Birkholz. Er hob ein Din-A4-Blatt zum Vergleich in die Luft. Circa 30 mal 30 Zentimeter groß werden sie sein. Außerdem sind die Masten in verschiedenen farblichen Ausführungen zu haben, sodass sie unter anderem einer Kirchenwand oder Klinkermauer ähnlich sehen und laut Birkholz an öffentlichen Gebäuden kaum sichtbar angebracht werden können.
Die Kosten für das geplante Richtfunknetz schätzte Birkholz auf etwa 550 000 Euro. Man hoffe, 90 Prozent davon aus Fördermitteln des Brandenburger Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz (LVLF) zu erhalten. Die restliche Summe von circa 55 000 Euro müssten die fünf Kommunen selbst bezahlen. Eine Internetverbindung via Kabel oder UMTS sei in den betreffenden Gemeinden keine Option gewesen, erklärte Birkholz. Die Kosten wären deutlich höher gewesen, da die Leitungen im Boden hätten verlegt müssen.
Die Bürgermeister begrüßten das Vorhaben. „Wir wollen attraktiver werden“, sagte Michael Böttcher aus Letschin. Ohne eine schnelle Internetverbindung sei die Region wirtschaftlich uninteressant. Der Vertrag sei ein Mittel, um dies zu ändern. Wriezens Bürgermeister Uwe Siebert hofft, dass die Bürger das Angebot annehmen. In Schulzendorf und Haselberg etwa gab es zunächst viele Befürworter einer Funkverbindung. Doch nur wenige wollten später Verträge abschließen. Neutrebbins Bürgermeister Siegfried Link hatte bereits im Vorfeld den Vertrag unterschrieben. Nun will noch Bodo Schröder, Bürgermeister von Oderaue, unterzeichnen. Er konnte den Termin aus beruflichen Gründen nicht wahrnehmen. Dann können die Fördermittel beantragt werden.
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