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Dinge von innen nach außen sehen


Konstruiert flexible Skulpturen mit organischem Charakter: Bettina LüdickeFoto: Klaus-Peter Rudolph
Konstruiert flexible Skulpturen mit organischem Charakter: Bettina LüdickeFoto: Klaus-Peter Rudolph © Foto: Klaus-Peter Rudolph
BGALLREIN / 19.07.2010, 06:26 Uhr
Bernau (In House) Wenn bei über 35 Grad Hitze eine große Fangemeinde den Weg von Berlin nach Bernau antritt, um einer Vernissage beizuwohnen, dann muss schon etwas ganz Besonderes geboten werden. Mit der Ausstellung „Zellbauten“ macht die Berliner Künstlerin Bettina Lüdicke den Bernauern und ihren Gästen seit dem letzten Freitag genau dieses besondere Angebot. Ihre Objekte sind fast organisch wirkende Gebilde aus nur einem einzigen Material – Draht.

„Bettina Lüdicke passt mit ihren Kunstwerken hervorragend in unser Ausstellungsprojekt 2010“, betont Sabine Mierecke, Kuratorin der Galerie Bernau vom Förderkreis Bildende Kunst Bernau e.V., „das unter dem Motto: ‚WELTinnenRAUM’ läuft. Sie schafft mit ihren Drahtplastiken beeindruckende transparente Räume.“

Die 1958 in Darmstadt geborene Bettina Lüdicke hatte zunächst von 1979 bis 1985 Design studiert und sich anschließend mit vorrangig textilen Materialien beschäftigt. „Aber“, so betont sie selbst, „die Zweidimensionalität der Ebene genügte meinen künstlerischen Ansprüchen nicht.“ Von 1994 bis 1997 studierte Lüdicke deshalb noch einmal an der Berliner Hochschule der Künste (HDK). „Ich erlernte eine völlig neue Betrachtungsweise“, erinnert sich die Künstlerin. „Ich sehe jetzt Dinge nicht mehr nur von außen nach innen, sondern vor allem von innen nach außen.“

Konsequenterweise brauchte eine daraus erwachsende Kunstform „Transparenz, Leichtigkeit, Flexibilität und Räumlichkeit“, wie Laudator Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter des Berliner Georg-Kolbe-Museums betonte. Nach seiner Einschätzung schafft Lüdicke „in unvergleichbarer Weise Körper und Strukturen, Raum und Körperlichkeit mit unverkennbarer Schutzlosigkeit, Fragilität und scheinbarer Verletzlichkeit. Die Skulpturen erinnern“, so Wellmann „an Zellstrukturen und Nervenbahnen, wie man sie unter dem Mikroskop erkennen kann.“ Bettina Lüdikes Drahtskulpturen seien in einer Reihe mit den Werken der russischen Konstruktivisten zu sehen, die ihre Traditionen im Technischen hatten. Sie habe aber diese Kunst auf eine neue Stufe gehoben, indem sie ihren Objekten „flüssige Strukturen, Beweglichkeit und Veränderlichkeit“ gegeben hätte, die „von geradezu organischer Qualität“ seien.

Die Ausstellung ist in der Galerie Bernau Dienstags bis Freitags von 10 bis 18 Uhr und Samstags von 10 bis 16 Uhr noch bis 28. August zu bewundern.

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