Göttingen/München (DDP) Atomkraftgegner haben am Montag bundesweit in rund 55 Städten gegen längere Atomlaufzeiten protestiert. Nach Angaben des Kampagnennetzwerks Campact, das zu der Aktion aufgerufen hatte, nahmen rund 5000 Menschen an den Veranstaltungen teil. Sie versammelten sich vor rund 60 Wahlkreisbüros und Kreisgeschäftsstellen und forderten die Abgeordneten der Regierungskoalition auf, nicht am Atomausstieg zu rütteln. Viele Demonstranten schlugen auf Trommeln oder bliesen in Trompeten und Vuvuzelas.
Campact bewertete die Demonstrationen als „sehr erfolgreich“. Trotz der Ferienzeit und teilweise schlechten Wetters hätten viele Menschen erneut ihre Ablehnung der Kernkraft zum Ausdruck gebracht, sagte ein Sprecher. In München und Bremen beteiligten sich den Angaben zufolge jeweils rund 200 Atomkraftgegner an den Protesten, in Hannover und Frankfurt/Main 150. In Fulda nahmen rund 130 Umweltschützer an den Protesten teil, in Rosenheim und Sigmaringen jeweils rund 100. Nur etwa 20 Demonstranten wurden in Rostock gezählt. Die Umweltschützer überreichten Parteivertretern Erklärungen gegen Atomkraft.
Die Bundesregierung hat eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten angekündigt und will bis Ende September ein Energiekonzept vorlegen. Für die kommenden Wochen kündigten Atomkraftgegner weitere Proteste an. Am 18. Juni wollen sie im Rahmen einer Großdemonstration in Berlin auch das Regierungsviertel umzingeln. Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg rief für den November zu Massenprotesten gegen den nächsten Castortransport nach Gorleben auf.
Wieder Zusammenstöße bei Protesten an Castor-Strecke (Bild geplant) Vor dem Eintreffen des Castor-Transports mit Atommüll für das Zwischenlager Gorleben... mehr
Begleitet von Protesten, Sitzblockaden und Ankett-Aktionen durch die Nacht hat der 13. Castor-Atommüll-Transport am Montag seine vorletzte Etappe auf... mehr
Wenige Stunden vor dem Start des letzten für Gorleben bestimmten Castor-Transports mit hochradioaktivem Müll ist es in Valognes (Frankreich) zu ersten... mehr
Von außen macht das Gutshaus in Jamikow noch immer etwas her. Es ist der Mittelpunkt des Dorflebens. Das gilt aber nur für das sanierte Erdgeschoss. Unter dem Dach offenbart sich ein trostloses Bild. Jörg Gerber und Otto Wenk schreiten ratlos durch... mehr
