Frankfurt (moz) Am Rande der Bauarbeiten in der Leipziger Straße geht dieser Tage ein Stück Stadtgeschichte verloren. Die ehemalige Steinmetz-Werkstatt der Brüder Wilhelm und Georg Fürstenberg – zwischen Dresdener Platz und dem einstigen Hotel Polonia gelegen – war gestern zum Teil entkernt und abgerissen. Nur der alte Schriftzug „Werkstätten für Steinmetzarbeiten“ erinnert noch an das Wirken der Brüder, die in Frankfurt zahlreiche Spuren hinterlassen haben.
Bildhauer Georg Fürstenberg war der bekanntere und künstlerisch begabtere Spross seiner Familie. Er wurde 1884 in Frankfurt geboren und war als Leiter der Bildhauerklasse der Meisterschule des deutschen Handwerks in Berlin sogar berechtigt, den Professorentitel zu führen. Er starb, fast 90-jährig, 1974 in Goslar.
In Archiven ist über die Fürstenbergs leider nur wenig zu finden. Bekannt hingegen ist, dass zum Beispiel der Uhrenbrunnen auf dem Leipziger Platz beiden Fürstenbergs zu verdanken ist. Ursprünglich thronte eine Uhr an der einstigen Beresinchenschule. Als 1930 das Gebäude rekonstruiert und aufgestockt wurde, war kein Platz mehr für eine Uhr. 1934 beschloss der Bezirksverein, gemeinsam mit den ortsansässigen Bildhauer-Brüdern Fürstenberg, einen Uhrenbrunnen zu schaffen. Von Georg Fürstenberg stammt der Entwurf für den Brunnen. Für die ausführende Arbeit war Bruder Wilhelm zuständig. Am 6. September 1936 wurde der Brunnen feierlich eingeweiht.
Ebenfalls ein Kunstwerk der Brüder Fürstenberg und auch 1936 eingeweiht: die Skulptur der Heiligen Barbara, die seit Mitte der 30er Jahre vom Giebel der ehemaligen Hoffbauerkaserne in der Birnbaumsmühle auf Hunderte von Soldaten schaute und mit dem gesamten Kasernengebäude am 15. Juni 1979 gesprengt werden sollte. Doch sie wurde gerettet. Ein Verdienst von Martin Schieck vom Museum Viadrina und Reiner Dittmann, damals Mitarbeiter im städtischen Grünflächenamt.
Die Skulptur ist heute auf dem Hof des Museums Viadrina zu finden.
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