Eberswalde (moz) Mehr als zehn Jahre hat sich Edmund Lenke um die Jugendarbeit in der Stadt gekümmert. Vertrauen erwarb sich der 47-Jährige während dieser Zeit nicht nur bei freien Trägern, sondern auch in der Stadtverwaltung. Jetzt wurde er zum Vorsitzenden des Personalrats gewählt.
Ins Rathaus kam der gebürtige Torgelower auf Umwegen. Sein eigentlicher Beruf Zootechniker/Mechanist führte ihn 1979 ins damalige Schweinezucht und Mastkombinat (SZME). „Nach der Schule wusste ich eigentlich gar nicht so genau, was ich werden sollte. Etwas mit Tieren sollte es sein und so landete ich in Lichterfelde“, gesteht Lenke. Im einstigen Kombinat machte er nicht nur seine Lehrausbildung, sondern absolvierte auch ein Fernstudium zum Agraringenieur. Dass er schließlich in Eberswalde hängen blieb, verdankt er seiner Frau, der er im Juni 1985 das Ja-Wort gab. In Eberswalde kamen auch seine beiden, heute erwachsenen Kinder Jenny und Michael zur Welt.
Gesundheitliche Probleme führten schließlich dazu, dass aus dem studierten Agraringenieur ein Lehrmeister wurde. Nur drei Jahre bleiben ihm, jungen Leuten berufliches Rüstzeug zu vermitteln. Mit dem Ende des SZME kam die Arbeitslosigkeit. Zwei Jahre suchte Lenke vergeblich nach einem neuen Job. Aufgeben kam für ihn jedoch nicht in Frage. Also entschloss er sich, noch einmal die Schulbank zu drücken, um sich zum Bürokaufmann umschulen zu lassen.
1993 hatte er den Abschluss in der Tasche. Die Stadt suchte damals einen Sachbearbeiter Jugend und so kam Edmund Lenke erst einmal in den Klub am Wald. Die Arbeit mit und für junge Leute ausschließlich im Brandenburgischen Viertel reichte bald nicht mehr aus. Gebraucht wurde ein Jugendkoordinator, der sich auch um die Probleme in den anderen Eberswalder Stadtteilen kümmert. Und so zog Lenke 1998 ins Rathaus ein. Dort wurde der damals 35-Jährige schließlich zum Stadtjugendpfleger ernannt.
„Meine Aufgabe war es damit, die komplette Jugendarbeit zu koordinieren. Das schloss auch eine enge Zusammenarbeit mit den freien Trägern und natürlich der Kreisverwaltung ein“, sagt Lenke. Zu den Partnern gehörten unter anderem Hardy Lux vom Bund zum Schutz der Interessen der Jugend, Dieter Müller vom Buckow-Verein und Marianne Höhns vom Jugendamt des Landkreises. Dieser durchaus fruchtbringenden Kooperation verdankt Eberswalde auch, dass die Jugendarbeit, obwohl eine freiwillige Leistung, trotz aller Geldprobleme der Stadt nie dem Rotstift zum Opfer fiel. In Frage gestellt dagegen wurde sie bei schwierigen Haushaltsdebatten allerdings öfter.
„Das waren auch die Tiefen, die ich während meiner Amtszeit durchlebt habe. Zum Glück aber gab es weit mehr erfreuliche Momente“, so Lenke. Dazu zählt der Wahl-Eberswalder die Young Rebells, die im Klub am Wald heimisch geworden sind, und die Skateranlage im Brandenburgischen Viertel. „Mit der Skateranlage haben wir es geschafft, die Jugendlichen in die Planung mit einzubeziehen. Der Platz, im Wesentlichen nach ihren Wünschen und Vorgaben gestaltet, wird gut angenommen. Die Öffnungszeiten sind ein Kompromiss. Auch wenn die Skateranlage nicht nur auf Gegenliebe stößt, ich stehe zu diesem Projekt“, erklärt Lenke. Einen festen Platz in der Jugendarbeit haben auch SPI, Dreist-Verein, Exil und Bands United gefunden. Mittlerweile arbeitet die Stadt mit 15 freien Trägern zusammen.
Als krönenden Abschluss seiner Arbeit als Stadtjugendpfleger sieht Edmund Lenke den Leistungsvertrag zwischen Stadt und Landkreis, der kurz vor der Sommerpause unterschrieben wurde. Dieser Vertrag gibt der Jugendarbeit in Eberswalde für die nächsten Jahre ein Stück Sicherheit.
Inzwischen ist Edmund Lenke dabei, den Staffelstab als Stadtjugendpfleger an Britt Herold weiterzugeben. Mit dem Sachgebiet Kinder, Jugend und Sport wird sich Rainer Pförtner beschäftigen. Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Personalrats in der Stadtverwaltung wurde Lenke zum Vorsitzenden gewählt. „Eine neue Herausforderung, der ich mich gern stelle“, sagt er. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter stehen ganz vorn.
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