Sydower Fließ /Biesenthal (moz) Die Gemeinde Sydower Fließ ist mit ihren gut 800 Einwohnern überfordert, eine Grundschule für acht Dörfer aufrecht zu erhalten, und strebt deshalb einen Schulverband an. Indes ist aus Biesenthal zu hören, dass auch dort die Kinder beschult werden könnten – ohne zusätzliche Investitionen.
Grobe Kostenschätzungen für den Standort Grüntal gehen von nahezu einer Million Euro Investitionsbedarf aus. Angefangen von fehlender Wärmedämmung über erneuerungsbedürftige Fenster bis hin zu Sanitäranlagen, die zu wünschen übrigen lassen, reicht der Problemkatalog. Im Wege eines Schulverbandes strebt Sydower Fließ an, dass die Gemeinden Sydower Fließ, Breydin, Melchow und Rüdnitz die Kosten gemeinsam tragen. Aus Biesenthal ist indes zu hören, dass man Kinder aus anderen Dörfern auch in die modernisierte Biesenthaler Grundschule aufnehmen könnte. Investitionen müssten von den Gemeinden nicht getragen werden, heißt es.
In den für den Schulverband angefragten Kommunen, ist das Thema bekannt, eine breite Diskussion in den Gemeindevertretungen hat es noch nicht gegeben. Derzeit gibt es etliche Stimmen, die sagen: Ja, in Grüntal wird eine gute pädagogische Arbeit geleistet und wir werden beim Schulverband mitmachen. In Biesenthal müsste man sich ebenso an den Schulkosten beteiligen. Andere sind verhaltener und meinen, dass man erst einmal schauen müsse, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen würden. Und zum dritten heißt es auch: Biesenthal wäre eine gute Lösung für die Grundschüler, weil die dortige Schule aufs beste ausgestattet ist und auch das Umfeld einiges zu bieten habe. Demgegenüber sei der Investitionsbedarf in Grüntal immens. Derartig geteilt ist das Stimmungsbild in Rüdnitz, der Gemeinde mit dem größten Schüleranteil in der Grüntaler Grundschule.
„Im vorigen Jahr ist das Thema mal diskutiert worden – mit dem Tenor, die Schule zu erhalten“, sagt Melchows Bürgermeister Wolfgang Lindt. Allerdings sei in der Gemeindevertretung noch nicht ausführlich darüber gesprochen worden, weshalb er sich dazu jetzt nicht erklären möchte. Am 16. August solle es dazu zunächst einmal noch eine Bürgermeisterrunde geben.
Biesenthal hat natürlich riesige Räume, überlegt Breydins Bürgermeister Peter Schmidt. „Was Grüntal betrifft, so sagt die Gemeindevertretung, dass der Schulleiter erst den notwendigen Aufwand vorstellen sollte“, so Schmidt. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass die Kosten pro Schulkind in Grüntal mit 1300 Euro sehr hoch seien und vermutlich noch steigen werden. In Eberswalde hingegen lägen diese bei nur 400 Euro pro Kind und Jahr. Eine weitere offene Frage betreffe die Lobetaler Kinder, die, eigentlich zu Bernau gehörend, auch auf Antrag nach Grüntal kommen. „Was ist, wenn Bernauer Schulen nicht ausgelastet sind?“, fragt Schmidt. Er geht davon aus, dass es Ende des Jahres zu einer Entscheidung in der Gemeindevertretung kommt.
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