Seelow (moz) In diesem Jahr häufen sich die Jubiläen. Dem Mauerfall 1989 folgte ein Jahr später die deutsche Einheit und damit ein grundlegender Neubeginn. In einer Serie zeigen wir in alten und neuen Ansichten, was sich in den Orten verändert hat.
Der Keller war kniehoch mit Bier- und Plastikdosen vermüllt. Überall lagen Berge mit Schutt. Die Außenfassaden glichen einem Dornröschenschloss, so verwachsen mit Pflanzen waren die Mauern des damals unbewohnbaren CVJM-Haus, bevor die baufällige Ruine 1998/99 von dem christlichen Verein renoviert wurde.
„Jeder, der hörte, dass wir das Haus wieder instand setzen wollen, hat uns für verrückt erklärt“, sagt Hans-Georg von der Marwitz, der die Steine an einem der ältesten Häuser in Seelow im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen brachte. 1995 ist der Bundestagsabgeordnete dem 1990 gegründeten Verein in Seelow beigetreten. Schnell war ihm klar, dass der CVJM ein gemeinsames Zentrum braucht, denn zuvor traf man sich in Wohnzimmern oder Kirchen.
„Wir haben uns mit dem Bürgermeister zusammengesetzt und der hat sich dafür eingesetzt, dass wir das Haus in der Kirchstraße, das früher Teil des Stadtgefängnisses war, bekommen“, erzählt von der Marwitz.
1996 kaufte der Verein dann das Haus. „Dann mussten wir das Gebäude erst einmal gründlich entrümpeln. Der gesamte Dachstuhl musste abgenommen werden, nur die Grundmauern blieben stehen“, sagt Kathrin Schilling, die jetzige Geschäftsführerin des CVJM.
Viele helfende Hände packten damals mit an: Die Kinder und Jugendlichen des Vereins, Freunde, Bekannte. „Immer mehr Leute hörten von der Idee und halfen mit“, erzählt von der Marwitz.
Da der CJVM nur über wenig Eigenkapital besitzt, war der Verein auf Spenden und Fördermittel angewiesen, um das Haus von Grund auf zu sanieren. Etwa 400 000 DM seien insgesamt in das neue Zentrum des CVJM geflossen, schätzt von der Marwitz.
Regelmäßig trafen sich die Ehrenamtlichen und machten die meisten der Arbeiten selbst. „Bei Wind und Wetter haben wir gearbeitet“, erzählt Schilling und wundert sich noch heute, dass bei der Renovierung kaum jemand zu schaden gekommen ist. Nur einmal sei Georg Rühle, der damals als hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt war, vom Dach gefallen. „Der hatte aber nur eine Gehirnerschütterung“, erinnert sich die junge Frau.
Während des Baus stellten sie plötzlich fest, dass vor dem Gebäude ein Brunnen existiert. „Über den sind wir monatelang mit dem Radlager rüber gedonnert“, sagt die Geschäftsführerin. Erst im Nachhinein hat die Stadt den Brunnen mit Feldsteinen gemauert. Die Feldsteine finden sich heute auch am CVJM-Haus wieder, denn da das Haus denkmalgeschützt ist, war eine der Auflagen der Denkmalschutzbehörde, dass Feldsteinfragmente an einigen Stellen der Fassade sichtbar sein müssen. „Genauso wie der rosa Anstrich des Hauses. Das war ebenfalls eine Auflage, die wir erfüllen mussten“, rechtfertigt Schilling die farbenfrohe Erscheinung des Hauses. „Freiwillig hätten wir das Haus nie rosa gestrichen.“
Anderthalb Jahre und etwa 14 000 ehrenamtliche Stunden später war es dann endlich so weit. Am 21. März 1999 wurde Einweihung gefeiert. „Wir wussten nicht, ob wir rechtzeitig fertig werden. Die letzten Tage sind wir noch mal richtig in Stress gekommen, als wir den Feinschliff am Haus vorgenommen haben“, erzählt Schilling.
Seit elf Jahren ist der Verein nun in der Kirchstraße in ihrem eigenen Zentrum zu Hause. Das kleine Bistro mit Kicker, Billardtisch und Bar ist der Dreh-und Angelpunkt des Hauses – und über allem wacht ein großes hölzernes Fensterkreuz, das schon damals an der alten Ruine hing. In der unteren Etage sind Büroräume entstanden, der Keller dient als Lagerraum und im Dachgeschoss ist sogar eine Mitarbeiterwohnung entstanden.
Und weil der CVJM Seelow dieses Jahr seinen 20. Geburtstag feiert, wird im Haus momentan gemalert, geputzt und alles wieder auf Vordermann gebracht. Dazu lädt der der Verein übrigens alle Interessierten und Freund am 4. und 5. September herzlich ein.
Seelow (MOZ) In diesem Jahr häufen sich die Jubiläen. Dem Mauerfall 1989 folgte ein Jahr später die deutsche Einheit und damit ein grundlegender Neubeginn. In einer Serie zeigen wir in alten und neuen Ansichten, was sich in den Orten verändert hat.
Der Keller war kniehoch mit Bier- und Plastikdosen vermüllt. Überall lagen Berge aus Schutt. Die Außenfassade glich einem Dornröschenschloss, so mit Pflanzen zugewachsen waren die Mauern des damals unbewohnbaren Hauses in der Kirchstraße 7, bevor die Ruine 1998/99 vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM)saniert wurde.
„Jeder, der hörte, dass wir das Haus wieder instand setzen wollen, hat uns für verrückt erklärt“, sagt Hans-Georg von der Marwitz, der die Steine an einem der ältesten Häuser in Seelow im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen brachte. 1995 ist der heutige CDU-Bundestagsabgeordnete dem 1990 gegründeten Verein in Seelow beigetreten. Schnell war ihm klar, dass der CVJM ein Zentrum braucht, denn zuvor traf man sich in Wohnzimmern oder Kirchen.
„Wir haben uns an den Bürgermeister gewandt und der hat sich dafür eingesetzt, dass wir das Haus in der Kirchstraße, das früher Teil des Stadtgefängnisses war, bekommen“, erzählt von der Marwitz. 1996 kaufte der Verein das Haus. „Dann mussten wir das Gebäude erst einmal gründlich entrümpeln. Der gesamte Dachstuhl musste abgenommen werden, nur die Grundmauern blieben stehen“, sagt Kathrin Schilling, die jetzige Geschäftsführerin des heutigen CVJM im Kirchenkreis Oderbruch.
Viele helfende Hände packten damals mit an: Die Kinder und Jugendlichen des Vereins, Freunde, Bekannte. „Immer mehr Leute hörten von der Idee und halfen mit“, erzählt von der Marwitz.
Da der CJVM nur über wenig Eigenkapital verfügt, war der Verein auf Spenden und Fördermittel angewiesen, um das Haus von Grund auf zu sanieren. Etwa 400 000 DM seien in das Herrichten des Treffpunktes des CVJM geflossen, schätzt von der Marwitz.
Regelmäßig trafen sich die Ehrenamtlichen und erledigten die meisten Arbeiten selbst. „Bei Wind und Wetter haben wir gearbeitet“, erzählt Kathrin Schilling. Sie wundert sich noch heute darüber, dass bei der Renovierung niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Einmal allerdings sei Georg Rühle, der damals als hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt war, vom Dach gefallen. „Der hatte aber nur eine Gehirnerschütterung“, erinnert sich die junge Frau, noch heute erleichtert.
Während des Baus stellte man plötzlich fest, dass es vor dem Gebäude einen Brunnen gibt. „Über den sind wir monatelang mit dem Radlager rüber gedonnert“, sagt die Geschäftsführerin. Erst im Nachhinein hat die Stadt den Brunnen mit Feldsteinen gemauert. Die Feldsteine finden sich heute auch am CVJM-Haus wieder. Denn da das Haus denkmalgeschützt ist, war eine der Auflagen der Denkmalschutzbehörde, dass Feldsteinfragmente an einigen Stellen der Fassade sichtbar sein müssen.
„Eine weitere Auflage, die wir erfüllen mussten, war der rosa Anstrich des Hauses“, rechtfertigt Schilling die farbliche Erscheinung des Hauses. „Freiwillig hätten wir das Haus nie rosa gestrichen“, betont die Vereins-Geschäftsführerin.
Anderthalb Jahre und etwa 14 000 ehrenamtliche Stunden Arbeit später war es dann endlich so weit: Am 21. März 1999 wurde Einweihung gefeiert. „Wir wussten nicht, ob wir rechtzeitig fertig werden. Die letzten Tage sind wir noch mal richtig in Stress gekommen, als wir den Feinschliff am Haus vorgenommen haben“, erzählt Schilling.
Seit elf Jahren ist der Verein nun in der Kirchstraße im eigenen Zentrum zu Hause. Das kleine Bistro mit Kicker, Billardtisch und Bar ist der Dreh-und Angelpunkt des Hauses. Und über allem wacht ein großes hölzernes Fensterkreuz – das schon damals an der alten Ruine hing! In der unteren Etage sind Büroräume entstanden, der Keller dient als Lagerraum und im Dachgeschoss befindet sich sogar eine Mitarbeiterwohnung.
Und weil der CVJM im Kirchenkreis Oderbruch in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiert, wird im Haus momentan gemalert, geputzt und alles wieder auf Vordermann gebracht. Zur Geburtstagsparty lädt der Verein übrigens alle Interessierten und Freunde für den 4. und 5. September herzlich ein.
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