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Schlechte Zeiten für Hausverkäufer

Beeskow (moz) Von Ruth Buder und Nadja Voigt

 

Die Lage auf dem Immobilienmarkt ist widersprüchlich. Einerseits sank im vergangenen Jahr die Zahl der Kaufverträge, andererseits verzeichnen Immobilienmakler der Region ein wachsendes Interesse an altersgerechten Bungalows, Wochenendhäusern und bereits bebauten Grundstücken. Höchstpreise können Verkäufer allerdings nicht mehr erzielen. Der fortschreitende demografische Wandel sowie die Lage auf dem Arbeitsmarkt sind entscheidende Faktoren. Aber auch störende Windräder und die geplante CO2-Verpressung haben vereinzelt Einfluss auf das Kaufverhalten.

Zwei Faktoren bestimmen die sinkende Nachfrage auf dem Immobilienmarkt in der Region: der fortschreitende demografische Wandel sowie die Lage auf dem Arbeitsmarkt. In einer ersten Auswanderungswelle seien in den 90er Jahren Fachkräfte weggezogen, nun würden in einer zweiten Auswanderungswelle die Eltern und Verwandten ihren Kinder hinterherziehen, hat Jürgen Schenk, Geschäftsführer der Spree-Immobilien GmbH aus Beeskow, festgestellt. Die wenigen Zuwanderungen, zum Beispiel durch westdeutsche Rentner, machten sich kaum bemerkbar. Der zweite Faktor, der den Immobilienmarkt in Oder-Spree erheblich mitbestimmt, ist der Arbeitsmarkt, wie Kerstin Jentsch von Schlaubetal Immobilien weiß. Sobald Arbeitgeber in der Region wie die Eisenhüttenstädter Papierfabrik oder die Firma Conergy in Frankfurt (Oder) ihren Fachkräften feste Verträge angeboten hätten, würde auch in Immobilien investiert. Dann allerdings vorwiegend in stadtnahen Gebieten mit guter Infrastruktur.Auf der anderen Seite gäbe es eine gesteigerte Nachfrage nach barrierefreien Bungalows für Senioren. „Die haben das Geld, aber wir haben nicht das Angebot“, resümiert Kerstin Jentsch.

„Der Wert der Immobilie ist durch ihren Standort geprägt“, sagt Kerstin Jentsch. Dies würden vor allem jene Verkäufer zu spüren bekommen, die nun ihre nach der Wende gebauten oder damals sanierten Erholungsobjekte verkaufen wollen, um sich aus dem Erlös zum Beispiel einen Platz im Seniorenstift finanzieren zu können. Hätten sie damals noch 30 000 bis 40 000 Mark für ihre Häuser bezahlt, würden sie jetzt noch etwa 5000 Euro dafür bekommen. Auch Jürgen Schenk konstatiert: „Der Preis der Immobilien in der Region sinkt mit jedem Jahr um etwa ein Prozent.“ Obwohl auf den Dörfern Grundstücke zwischen fünf und 20 Euro pro Quadratmeter zu haben sind, sind die Lage und Infrastruktur entscheidend. „Zum Höchstpreis ist hier auf dem Lande nichts zu verkaufen“, weiß Gerd Mai, Bürgermeister in Tauche. Häuser stünden manchmal lange leer, weil Erbengemeinschaften sich nicht einigen könnten.

Schwer zu verkaufen sind auf dem Lande vor allem Mehrfamilienhäuser. Die Gemeinde Rietz-Neuendorf versucht das seit längerem zum Beispiel in Alt Golm und Groß Rietz. Es müsste sehr viel investiert werden, sagt Sabine Danziger, zuständig in der Gemeinde für Liegenschaften. Sie erfährt, dass sich nicht nur die sinkende Bevölkerungszahl negativ auf den Immobilienmarkt auswirkt: „Die Leute gucken schon, ob störende Windräder in der Nähe sind. Und die mögliche CO2-Verpressung in unserer Region spielt bei der Entscheidung auch eine Rolle. Ein konkretes Beispiel habe ich von einem Immobilienmakler aus Dresden.“ Bei Privathäusern hielte sich der Leerstand noch in Grenzen, es gebe immer junge Leute, die sich preisgünstig ein altes Haus kauften, um es nach und nach auszubauen. „Wichtig ist, dass Kita, Schule, Bus und Bahn in der Nähe sind“, sagt Sabine Danziger. Buckow sei da immer sehr nachgefragt.

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