Angermünde (moz) Nur mit einer Straffung und Verschlankung der Polizeistruktur soll es möglich sein, den Streifen- und Revierdienst im ländlichen Raum in bisherigem Umfang zu erhalten. Darüber informiert das brandenburgische Innenministerium in einem Brief an die Bürgergemeinschaft gegen Sozialabbau in Angermünde. Während die Polizeiwachen primär der polizeilichen Führung dienen würden, sei der „Schwerpunkt der Bürgerkontakte vor Ort“ über den Revierdienst und die Polizeistreifen gewährleistet, heißt es in dem Papier.
Die Bürgergemeinschaft gegen Sozialabbau hatte zuvor in einem Brief an den brandenburgischen Innenminister Kritik an Einsparungen bei der Polizei laut werden lassen. Man befürchtet, dass die Angermünder Wache höchstens noch als Revierposten erhalten bleibt. Sie könnte, wie viele andere Wachen in Brandenburg auch, dann nur noch tagsüber besetzt sein. Im schlimmsten Falle würde lediglich die Prenzlauer Wache als einzige in der Uckermark Bestand haben.
„Sollen sich dann die Bürger selber organisieren und eine Bürgerwehr gründen?“, fragte Birgit Kühr von der Bürgergemeinschaft im Innenministerium nach. „Sie als Innenminister haben die Auflage bekommen, Einsparungen vorzunehmen, aber hier werden wieder die Einsparungen zu Lasten der Bevölkerung vorgenommen. Die Verursacher der Krise sollen auch selbst die Zeche bezahlen.“
Weiterhin befürchtet die Bürgergemeinschaft eine steigende Kriminalitätsrate. Da jeder Bürger das Recht habe, in Sicherheit zu leben, müsse man jetzt wohl in Angermünde dafür kämpfen.
Das Innenministerium bestreitet eine Reduzierung der Sicherheit. Zahl und Sitz der Polizeiwachen würden nicht den „Umfang der polizeilichen Präsenz und die Anfahrtszeiten“ bestimmen. Man werde im September ein Konzept für die mittelfristige Stellen- und Personalentwicklung einschließlich notwendiger Strukturänderungen vorlegen.
Auch die Stadt Angermünde hatte ihrerseits in einem Schreiben an die Landesregierung Sorgen über die Zukunft der Polizeiwache geäußert (MOZ berichtete). Dabei geht es vor allem um die Präventionsarbeit in der Stadt und den Ortsteilen. Zudem fürchtet man Einschnitte bei der Arbeit der Kommission für kommunale Kriminalitätsverhütung.
Heute Nachmittag sind die beiden Landtagsabgeordneten der Linken, Irene Wolff-Molorciuc und Torsten Krause, zu Gast in der Angermünder Wache.
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