Kreis Barnim (moz) Endlich! Das Warten ist vorbei. Mit der ersten Runde des Landes- und Kreispokals beginnt heute und morgen für die Barnimer Kicker die neue Fußball-Saison.
Eindeutige Rollenverteilung: Barnimligist Einheit Zepernick (in den dunklen Trikots) tritt in der ersten Runde des Fußball-Kreispokals als klarer Favorit beim OSV Eberswalde II (3. Kreisklasse) an. Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Die Vorbereitung mit der ungeliebten Konditionsbolzerei und dem Vorgeplänkel der Testspiele ist überstanden, die ersten Pflichtaufgaben stehen an.
Den FSV Bernau führt diese Pflicht im Landespokal heute in den Nachbarkreis Oberhavel. Beim Landesklasse-Team von Eintracht Gransee müssen sich die Schützlinge von Trainer Dejan Raickovic nun erstmals beweisen und schlüpfen gleich in die Rolle des Favoriten. Und auch wenn dem Landesliga-Team zahlreiche Akteure fehlen werden (Raickovic: „Wegen Urlaub und Verletzungen sieht es personell ganz schlecht aus. Wir werden versuchen, Spieler der zweiten Mannschaft mitzunehmen“), nehmen die Bernauer die Rolle an. „Wir sind trotzdem reif, das Spiel zu gewinnen.“
Dieses Vorhaben gehen die Gäste entsprechend offensiv an. „Wir werden das Spiel machen“, so Raickovic selbstbewusst. Auch, wenn er den Gegner nicht kennt, unterschätzen wird er ihn nicht: „Es wird sicher schwer.“
Vor einer ungleich höheren Hürde steht Kreispokalsieger Union Klosterfelde. Nach ihrem Sieg in der Vorrunde vor Wochenfrist gegen den Landesklasse-Aufsteiger Boitzenburg (3:0), empfangen die Unioner nun das Brandenburgliga-Team von TuS Sachsenhausen – und zeigen kaum Angst. „Sicher spielt Sachsenhausen viel höher und hat auch die besseren Spieler. Aber wir werden probieren, die Partie so lange wie möglich offen zu halten. Und wer weiß, vielleicht haben wir ja das Glück und kommen eine Runde weiter“, gibt Union-Coach Enrico Maurer die Begegnung nicht von vornherein verloren.
Dabei setzt er vor allem auf die Motivation – jene überbordende seiner Schützlinge und jene sich wahrscheinlich in Grenzen haltende der hochklassigen Gäste. „Es ist genau das Gegenteil vom Mittwoch“, blickt Maurer auf die Erstrunden-Partie im Kreispokal zurück, als sich sein Team gegen Werneuchen II zwar 4:0 durchsetzte, doch sichtbar mit Motivationsproblemen zu kämpfen hatte. Diese wird es heute bei Union nicht geben. Da ist sich der Trainer sicher: „Die Jungs haben hier die Möglichkeit, sich zu beweisen“, erklärt er und sieht auch deswegen die Begegnung eher als Vorbereitungspartie. Zumal das „Hauptaugenmerk auf der Liga liegt. Wir wollen aufsteigen“, kommt Maurer direkt auf den Punkt – und den Aufstieg in die Landesklasse.
Dort geht Eintracht Wandlitz bereits seit Jahren auf Punktejagd. Heute aber bekommt es die Elf von Coach Jörg Oltersdorf und seinem Co-Trainer Marko Krüger mit dem Landesligisten SC Oberhavel Velten zu tun. Wie Maurer sieht auch Krüger die Partie mehr als Test denn als Wettbewerbsspiel, ist bei seiner Zielsteckung jedoch etwas vorsichtiger: „Wir wollen sie ein bisschen ärgern.“ Dabei allerdings muss Eintracht auf drei Stammspieler verzichten.
Ein Duell auf Augenhöhe – und das einzige Aufeinandertreffen zweier Barnimligisten in der ersten Runde des Kreispokals – steht in Biesenthal auf dem Programm, wenn der SV 90 den BSV Blumberg zu Gast hat. „Ich kann sehr gut damit leben“, freut sich SV-Trainer Christian Schramm über die „erste richtige Standortbestimmung“ der Saison – und das bereits eine Woche vor dem eigentlichen Punktspielstart. „Natürlich wollen wir weiterkommen“, legt er sich klar auf ein Ziel fest. Und auch wenn die Chance darauf bei einem Spiel gegen einen unterklassigen Verein ungleich größer gewesen wäre: „So ist mir das lieber.“ Zumal er von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt ist. „Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet. Ich glaube daran, dass wir gewinnen werden.“ Eingespielt sollten die Biesenthaler sein, denn während der Vorbereitung liefen sie gleich zu acht Testspielen auf.
Drei weniger haben ihre heutigen Kontrahenten in den Beinen, was in den Augen von BSV-Betreuer Lothar Schulze weder ein Vor- noch ein Nachteil bedeutet: „Ich denke, die Chancen stehen 50:50.“ Zwar ist auch er nicht unzufrieden mit dem Barnimliga-Los und freut sich ebenfalls über „die Standortbestimmung“, doch hätte er zum Auftakt lieber darauf verzichtet. „Im Pokal wünscht man sich ja nicht gleich in der ersten Runde einen starken Gegner“, so Schulze ehrlich. Die „recht ordentliche Vorbereitung mit intensiver Beteiligung“ lässt ihn vor der heutigen Aufgabe aber nicht bange werden.
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