Eberswalde (moz) Mit einem Jahresumsatz von 90 Millionen Euro rechnet das Eberswalder Werk der DB Fahrzeuginstandsetzung. Die Auftragsbücher sind wieder sehr gut gefüllt.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen hat sich im Eberswalder Werk der DB Instandsetzung nach Auftragslage und Perspektiven erkundigt. Volker Nilsson, Geschäftsführer des Eberswalder Werkes bestätigte auf MOZ-Nachfrage: „Wir haben haben wieder etwa das Niveau des Vorjahres erreicht. Wir rechnen mit einem Umsatz um die 90 Millionen Euro.“
Derzeit sind im Werk 409 Mitarbeiter beschäftigt. Wegen der schnellen Verbesserung der Auftragslage nach dem schweren Fahrwasser des Krisenjahres 2009 sind wieder 58 Leiharbeiter im Einsatz. Auch für 2011 hofft Nilsson auf eine sehr gute Auftragslage.
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hatte das Werk in Eberswalde herb gebeutelt. Noch im August 2008 hatte das Werk die Zahl der Leiharbeiter erhöht. Im Oktober gab es nicht einen mehr. Die fehlende Nachfrage im Gütertransport bekam das Werk sehr schnell zu spüren. Es bestand kaum noch Bedarf an einer Wartung der Waggons. Der Tiefpunkt war im März 2010 erreicht. 254 der insgesamt 420 Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Eine ganze Halle war zeitweilig geschlossen. Ersatzleistungen wie die Wartung von Reisezugwagen stabilisierten die Auftragslage. Dann bedrohten Sparpläne bei der Bahn die Arbeitsplätze. Bis 2012 sollen insgesamt zwei Milliarden Euro gekürzt werden. Eines der Projekte betraf das Eberswalder Werk direkt.
Der CDU-Bundespolitiker hat sich mit Nilsson und Joachim Trettin, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern, die Pufferwerkstatt, die erst 2008 in Betrieb genommene Zugapparate-Werkstatt und die Radsatzwerkstatt angesehen. Dabei erfuhr er von einem Großauftrag, für 140 Wagen Stahlfußböden einzubauen. Volker Nilsson informiert darüber, dass das Werk Eberswalde in diesem Jahr 54 Mitarbeiter für Instandsetzungsarbeiten an die Berliner S-Bahn abgestellt hat.
85 Lehrlinge werden derzeit in dem Bahnbetrieb ausgebildet, für den Eigenbedarf und Stellen in anderen Betrieben. Es könnten mehr sein, bekam Koeppen in Eberswalde zu hören. Aber es ließen sich nicht ausreichend geeignete Bewerber für die offenen Stellen finden. Zum einen hätten Bewerber nicht die erforderliche Berufsbildungsreife, zum anderen nicht das Interesse an den vorhandene Ausbildungsprofilen.
Zurück in Berlin will sich Jens Koeppen des bundesweit akuten Themas annehmen: „Wir müssen junge Leute effektiver an technische Berufe heranführen.“
Jens Koeppen sagte gegenüber der MOZ abschließend: „Bund und Bahn sollten erkennen, dass dieses Werk als größter gewerblicher Arbeitgeber der Region, langfristig erhalten bleiben muss. Dabei sollten wir aus den Fehlern der Berliner S-Bahn lernen, das heißt, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten kontinuierlich in Auftrag geben. Eberswalde ist für mich ein Vorzeigebetrieb. Würde es den größten gewerblichen Arbeitgeber mit seinen vielfältigen Aufträgen für Kleinbetriebe in der Region nicht mehr geben, würde es in der Stadt ziemlich düster aussehen.“
Der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (CDU) ist im Ausschuss für Verkehr, Bau, Stadtentwicklung des Bundestages.
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