Schorfheide (moz) 15 Beamte des Landeskriminalamtes rückten gegen 10 Uhr mit Mitarbeitern des Umweltamtes des Landkreises Barnim sowie des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Eberswalde (ZWA) auf dem Firmengelände im Schorfheider Ortsteil Finowfurt ein. Die Experten sicherten Proben. Seit im Juni das giftige Quecksilber im Klärschlamm gefunden wurde, der als Düngemittel auf Felder kommen sollte, hat die ZWA die Spur der Abwasser-Vergifter zu dem Grundstück in Finowfurt zurückverfolgt.
Aufgrund von Messungen des ZWA besteht der Verdacht, dass seit Anfang 2010 von diesem Grundstück aus zirka 50 Kilogramm Quecksilberverbindungen in das Abwassersystem eingeleitet wurden. Bei weiterer Einleitung hätte die Gefahr bestanden, dass die Eberswalder Kläranlage nicht mehr die gesamte Quecksilbermenge hätte zurückhalten können, heißt es von Seiten des Landeskriminalamtes. Um dies zu verhindern, seien am Montag die erforderlichen Maßnahmen getroffen worden.
„Das hat es seit Inbetriebnahme der Kläranlage Eberswalde noch nie gegeben“, versichert Hein. Nach bisheriger Schätzung des ZWA Eberswalde würde allein die Entsorgung der kontaminierten Klärschlämme als Sondermüll mehr als ein halbe Million Euro kosten.
Rüdiger Schmidt ist Geschäftsführer der Finowfurter Gesellschaft für Geotechnik und Kampfmittelbergung mbH (FGGK) und anderer Firmen. Er bestätigt den Polizeieinsatz am Montagmorgen auf einem Firmengelände. Wer er danach sagte, seien keine Anhaltspunkte dafür gefunden worden, dass eine seiner Firmen der Verursacher sein könnte. Schmidt beteuerte: „Keiner weiß, woher dass kommt. Wir verwenden und verarbeiten kein Quecksilber.“
Das am Montag untersuchte Grundstück wird gegenwärtig von fünf Firmen genutzt. ZWA-Chef Hein geht davon aus, dass die Analyse der Proben bis Mitte oder Ende der Woche dauert. Erst nach Auswertung der Untersuchungsergebnisse der am Montag entnommenen Proben könnten die tatsächlichen Verursacher sowie der genauen Umfang der entsorgten Abfallmengen bestimmt werden.
Die Pressesprecherin der Kreisverwaltung Barnim Marianne Schlestein schließt aus, dass Trinkwasser vergiftet wurde oder mit Quecksilber vergifteter Klärschlamm als Dünger auf Felder kam. „Begonnen hatte alles vor Monaten mit einer Routinekontrolle“, bestätigte ZWA-Chef Hein. Im Juni war der Quecksilberwert im Klärschlamm höher als vom Gesetzgeber erlaubt. Nach Bestätigung der Überschreitung wurde der Schlamm separat gelagert und durfte nicht verwendet werden.
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