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Daniela Windolff 24.08.2010 21:29 Uhr
Red. Uckermark, Uckermark

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Bürgerinitiative ruft zum Protest

Angermünde (moz) Die Region Barnim und Uckermark steht derzeit vor einer massiven landschaftlichen Umgestaltung durch neu gebaute riesige Strommasten und Freileitungen. Nach den Planungen des Energiekonzerns Vattenfall durchschneidet die Trasse das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und führt auch durch Wohngebiete oder direkt daran vorbei. Seit Monaten wächst aus Sorge um die Verschandelung der Landschaft und vor gesundheitlichen Gefahren für die Bewohner entlang der Stromriesen der Widerstand gegen diese Planungen. Protestaktionen sind auch in Angermünde geplant.

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Erdkabel statt Freileitung in der Biosphäre und in Wohngebieten. Das fordern die Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Biosphärenreservat“ sowie Bürgermeister von Gemeinden, die von der geplanten 380 000-Volt-Freileitung betroffen sind. Die Trasse soll von Bertikow bei Prenzlau über Vierraden, Angermünde, Eberswalde bis Neuenhagen bei Berlin führen. Unmittelbar betroffen sind in der Umgebung zum Beispiel Angermünde, Dobberzin, Mürow, Kerkow, Herzsprung, Bölkendorf, Schmargendorf, Klein-Ziethen, Fredersdorf, Meichow, Gramzow, Passow, Pinnow, Wilmersdorf, Landin, Stendell und Schwedt.

Mit Unterschriftensammlungen, Protestdemos, Podiumsdiskussionen haben Gegner dieser Trasse versucht, Argumente zusammenzutragen und sich für ein Pilotprojekt zur Erdverkabelung stark zu machen. Gefordert wird eine Novellierung des Mindestabstandes von Freileitungen zu Wohngebieten. Pilotprojekte sehen einen Mindestabstand von 400 Metern zu Wohngebieten vor und eine Erdverkabelung in Naturschutzgebieten. Die von Vattenfall geplante und im Raumordnungsverfahren von der Planungsbehörde als bedingt genehmigungsfähig beurteilte Trassenführung der Uckermark-Leitung unterschreitet diesen Mindestabstand teilweise, überspannt Dörfer und führt mitten durch Schutzgebiete. Die Stadtverordneten und der Bürgermeister von Angermünde haben ihren Protest bereits in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten Matthias Platzeck ausgesprochen.

Jetzt hat das Planfeststellungsverfahren für die Uckermark-Trasse mit Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen, das die Bürgerinitiative erneut nutzen will, um Bürger aufzuklären, Protest zu mobilisieren und die Politik in die Pflicht zu nehmen und Gesetzesänderungen zu erreichen.

Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren der Uckermarkleitung können derzeit von interessierten Bürgern eingesehen werden, u. a. in der Stadtverwaltung Angermünde, im Amt Oder-Welse, in der Stadtverwaltung Schwedt, im Amt Gramzow und im Amt Gerswalde.

Bis zum 27. September haben Bürger die Möglichkeit, Einwendungen gegen den Trassenverlauf entweder bei den Ämtern oder beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus zu formulieren. Am 
31. August finden Aktionstage in Eberswalde und Angermünde statt. Auf den Marktplätzen tritt das Ensemble „Spilwut“ mit einem bedrohlichen Stelzenmann auf als Symbol für die geplanten Riesenstrommasten. An Informationsständen haben Bürger auch die Gelegenheit, schriftliche Einwände gegen die geplante Freileitung abzugeben.

Am 1. September ab 16 Uhr organisiert die Bürgerinitiative eine öffentliche Anhörung in der Klosterkirche, um Argumente für und gegen die Freileitung auszutauschen. Eingeladen sind Gutachter, Vertreter von Naturschutzverbänden, Städten, Gemeinden und Landkreisen, des Bergbauamtes, der Regionalen Planungsgemeinschaft, des Tourismusverbandes, der Wirtschaftsminister, die Umweltministerin und alle interessierten Bürger.

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