Bad Freienwalde/Neulewin (moz) Der Ausschuss für Bau- und Ordungsangelegenheiten der Stadt Bad Freienwalde hat sich in seiner jüngsten Sitzung keine einheitlichen Meinung über Windkraft gebildet. Die Bürgerinitiative „GegenWind“ aus Neulewin hatte die Stadt um eine Stellungnahme gebeten.
Rainer Texdorf, Leiter des Bau- und Bürgeramtes der Bad Freienwalder Stadtverwaltung, stellte die Frage in den Raum, ob man die Landschaft mit Windrädern zustellen oder Alternativen in Betracht ziehen wolle. „Wir setzen auf alternative Energiegewinnung, die Menschen wollen aber keine Braunkohle, keine Atomkraft, keine Windkraft und auch keine Wasserkraftwerke“, beschrieb Ausschussvorsitzender Hans-Peter Trömel (SPD) ironisch das Dilemma. Größtes Problem sei der Verlust bei der Übertragung und bei der Förderung. „Ich bin gegen die Verspargelung der Landschaft“, sagte Trömel und wies auf die Gefahren der Windräder für Tiere hin.
Dem Straßenverkehr fallen jährlich 170 000 Rehe, 300 000 Hasen und mehr als eine Million Igel zu Opfer, konterte Jörg Grundmann (Linke), Mitglied im Ausschuss und Stadtverordnetenvorsteher. Er finde die Windkraft als alternative Energiegewinnung gut, es stelle sich im lediglich die Frage, wo sie errichtet werden. Allerdings sei auf dem Gebiet der Stadt Bad Freienwalde kein Windeignungsgebiet ausgewiesen, sodass es schwierig sei, dazu Stellung zu nehmen.
Rainer Texdorf warf ein, das die Befürworter der Windkraft eine starke Lobby hätten. Für ihn sei entscheidend, dass die Energiebilanz eines Windrades negativ sei und sich die Anlagen wegen der Subventionspolitik rentierten. Lediglich Offshore-Anlagen beispielsweise in der Nordsee verzeichneten eine positive Energiebilanz, ergänzte Trömel. Damit beendete er die Diskussion und gab zu Protokoll, dass der Ausschuss „geteilter Meinung“ sei.
Hannelore Scholz-Lübbering, die die Bürgerinitiative „GegenWind“ mit ins Leben gerufen hatte, betont stets, dass sie nicht grundsätzlich gegen Windkraft sei. Sie wehre sich lediglich dagegen, dass die einzigartige Kulturlandschaft des Oderbruchs durch Windräder verschandelt werden soll. Sie hatte mehrere Städte in Brandenburg angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Nicht alle reagierten. Eine positive Antwort in ihrem Sinne sei aus Fürstenwalde gekommen.
Die Bürgerinitiative vereint mehrere Orte im Oderbruch, die sich gegen die Verspargelung wehren und zudem größere Mindestabstände zu bewohnten Gebieten fordern. „Wir haben alle Regionalräte in der Kommission der Regionalen Planungsgesellschaft Oderland-Spree angeschrieben“, berichtete Hannelore Scholz-Lübbering. Die Antworten seien positiv zu werten.
Hannelore Scholz-Lübbering ist sich nicht sicher, ob der Protest die Windkraftanlagen verhindern kann. In Bliesdorf habe der Gemeinderat zugestimmt, dort würden die ersten Anlagen gebaut. Oderaue hatte zugestimmt, müsse aber wegen eines Formfehlers noch einmal votieren. Neulewins Gemeindevertreter hatten gegen die Windkraft auf ihrer Gemarkung gestimmt.
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