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Vorhang auf für Show und Schicksal

Schwedt (moz) Von Eva-Martina Weyer

  © MOZ

Schauspieler, Beleuchter, Requisiteure und Veranstaltungsmanager sind aus dem Urlaub zurück gekommen. Die neue Spielzeit an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt hat begonnen. Intendant Reinhard Simon kündigte zehn Theaterpremieren an, davon vier Uraufführungen. Vorhang auf für eine Vorschau.

„Wir haben uns für unser Publikum viel vorgenommen“, zeigt sich Reinhard Simon voller Vorfreude. „Mit zehn Premieren unseres hauseigenen Ensembles, mit Konzerten, Unterhaltungsproduktionen, Lesungen, Kabarett, Messen und vielem mehr haben wir das Programm für die neue Spielzeit gebaut.“ Die Theaterproben für die ersten Premieren laufen gerade an.

Dennoch schlägt der Puls des Hauses in diesen Tagen für den Brandenburg-Tag. Morgen testen die technischen Abteilungen in einem Konzert mit Schauspieler Jan Josef Liefers und seiner Band die neue Parkbühne auf Herz und Nieren. Das Konzert gilt als Generalprobe für die neue Bühne. Sie wird am 4. September zum Brandenburg-Tag eröffnet.

Hinter die Kulissen des Theaters können Neugierige am 4. und 5. September schauen, wenn das Haus alle seine Türen weit öffnet. Besucher können Schritt für Schritt verfolgen, wie eine Bühnenproduktion entsteht.

Aufführungsort für die erste Premiere der neuen Spielzeit ist am 23. September die Schwedter Grundschule „Bertolt Brecht“. „Johnny Hübner greift ein“ heißt das mobile Theaterabenteuer in der Regie des Schwedter Schauspielers Udo Schneider. Die Ubs. bieten damit zum wiederholten Male Theater im Klassenzimmer an.

Wenn schon eine Premiere am Theater stets ein herausragendes Ereignis ist, dann sind es Uraufführungen erst recht. Diese Produktionen wurden bisher noch auf keiner Bühne gezeigt. Theatermacher können sich ihrer Wirkung nicht sicher sein.

Bisher noch nie gezeigt wurde die deutsch-polnische Schauspielproduktion „Pommernland ist abgebrannt“. Sie stammt aus der Feder von Ubs.-Dramaturgin Heike Schmidt. Das Stück erlebt am 
25. September seine Uraufführung und wird auch in Stettin und Warschau gezeigt.

Heike Schmidt erläutert: „Im Stück geht es um das Schicksal zweier Brüder. Wir beleuchten Fragen wie: Was ist Heimat? Was ist Identität?“ In den Hauptrollen sind die Schauspieler Uwe Heinrich und Uwe Schmiedel zu sehen. Beide spielten sich zum Ausklang der vergangenen Saison als liebenswürdige Räuber in „Das Wirtshaus im Spessart“ in die Herzen der Zuschauer.

Publikumsliebling Susanne von Lonski (freche Göre in „Frisierbar“, Tochter des Direktors in „Die Feuerzangenbowle“) hat in der ersten großen Bühnenproduktion der neuen Spielzeit eine besondere Herausforderung. In der Revue „Durchgeknallt im Elfenwald“ spielt sie den Hofnarren Puck. Die Schauspielerin muss dabei auch akrobatisches Geschick unterm Bühnenhimmel im großen Saal beweisen.

Für die „Elfenwald“-Inszenierung hat sich das Autorenteam des Schwedter Theaters von Shakespeares „Sommernachtstraum“ inspirieren lassen. Intendant Reinhard Simon hat an dieser Fassung mitgeschrieben und führt Regie. Er erzählt: „Wir machen aus internationalen Musicalhits eine rasante Revue. Dabei arbeiten wir mit Schwedter Trampolinspringern zusammen und polnischen Streetdancern. Es gibt ein aufwändiges Bühnenbild und natürlich 
spielt die Band takayo live.“

Uraufführung Nummer drei am Haus ist das neue Weihnachtsmärchen. Die ehemalige Ubs.-Schauspielerin Monika Radl hat die Bühnenfassung für „Dornröschen“ geschrieben, ein Zaubermärchen für Kinder ab fünf Jahre.

Im Juni 2011 ist dann die vierte Uraufführung zu erleben. Auf der Freilichtbühne wird das Fantasy-Spektakel „Im Bannfluch der Göttin“ aufgeführt. Autorin ist Heike Schmidt. Sie hat darin dem Slawenboot, das zum Brandenburg-Tag getauft wird, eine tragende Rolle verpasst.

Mit vier Uraufführungen in einer Spielzeit hat das Schwedter Theater die Nase vorn. „Wenn man die Spielpläne anderer Häuser zu Rate zieht, dann sind zwei Uraufführungen üblich“, sagt Reinhard Simon.

Für diesen Herbst kündigte er außerdem das 20-jährige Bestehen der Uckermärkischen Bühnen an. Kulturhaus und Theater der Stadt waren 1990 fusioniert zu den Uckermärkischen Bühnen Schwedt. Dieses Jubiläum wird im November mit einem Bühnenball gefeiert.

Das Publikum kann sich auf weitere Schauspielpremieren freuen, darunter „Arsen und Spitzenhäubchen“ (26. November) und „Einer flog übers Kuckucksnest“ (21. April).

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