Frankfurt (moz) Am Montag wird im Frankfurter Rathaus eine besondere Ausstellung eröffnet. Auf mehreren Tafeln zeigen und erklären Jugendliche in Wort und Bild, was sie bei ihren Begegnungen im Partnerschaftsprojekt Building Bridges (Brücken bauen) erlebt haben. Dieses Projekt verbindet bereits im zwölften Jahr deutsche, polnische, israelische und palästinensische Jugendliche. Das zurückliegende Projektjahr stand unter dem Titel „Mein Nachbar mit meinen Augen“.
„Immer wieder werden wir gefragt: Warum Israel? Ist es da nicht zu gefährlich? Das ist doch ein Aggressor gegen die Palästinenser? Passiert da nichts?“, erzählt Projektleiter Peter Staffa. Der Lehrer ist das schon gewohnt. So sei eben die Wahrnehmung der Menschen hier. Wahrnehmungen, die vor allem über Medien vermittelt werden. „Natürlich gibt es dort einen gewaltsamen Konflikt zwischen verschiedenen Partnern. Natürlich gibt es dort eine Mauer, eine scharf bewachte Grenze“, sagt er.
Auch das Partnerschaftsprojekt werde immer wieder als Brücken bauen nach Israel bezeichnet. „Das ist aber nicht korrekt. Denn wir waren und sind immer bemüht, mit beiden Seiten Kontakte zu pflegen: mit Juden aus Israel und mit Palästinensern“, erklärt er dazu. Es gebe eben nicht die Israelis, auch nicht die Palästinenser. Genau so wenig, wie es die Deutschen oder die Polen gibt. „Wir haben es mit Menschen zu tun, die sich begegnen wollen. Die offen sind für anderen Menschen“, so der Pädagoge. Und genau davon zeuge die Ausstellung.
20 Begegnungen in den Jahren brachten die Jugendlichen näher, erweiterten ihre Horizonte und einige Jugendliche wurden sogar beruflich durch das Projekt beeinflusst. Im Projektjahr 2010/2011 soll es wieder Begegnungen geben und dabei sind neue Partner aus Baarta, einem israelisch-palästinensischen Dorf an der Grünen Grenze. Sie sind dabei mit ihren jüdischen Partnern aus Israel, mit Polen aus Slubice und Deutschen aus Frankfurt und Slubice.
Ausstellungseröffnung am Montag, 16 Uhr im Rathaus. Zu sehen bis 15. September.
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