Frankfurt (Oder) (moz) Mit einem neuen Konzept präsentiert sich der 27. Wilhelmsauer Kunstmarkt am kommenden Wochenende. Neben dem traditionellen Verkauf in der Fachwerkkirche des Oderbruchortes soll eine Vielzahl von spontanen Aktionen den Markt in ein zweitägiges Kunstspektakel verwandeln. Alle angebotenen Kunstobjekte sowie Gespräche und Aktionen drehen sich um das Thema „Von Macht und Ohnmacht“.
„Wir folgen damit dem Wunsch der Künstler, stärker thematisch zu arbeiten“, sagt Almut Undisz vom Wilhelmsauer Kulturladen, der den Markt organisiert. Sie glaubt, dass das Konzept „frischen Wind“ in den Markt bringt. Die Befürchtung, dass die strenge Themenbindung Teilnehmer verprellen könnte, hat Undisz nicht. Im Gegenteil: Als der Titel stand, hätten immer mehr mitmachen wollen. „Ich habe eher Sorge, wie die Besucher auf die neue Anordnung in der Kirche reagieren werden“, gesteht Undisz. Denn erstmals sollen die Künstler mit ihren Ständen auf die Galerie umziehen, während im Erdgeschoss Platz für die Aktionen ist.
„Von Macht und Ohnmacht“ – der Titel sei ein weites Thema, das in viele Bereiche geht, erklärt Künstleragentin Almut Undisz. Außer bildende Künstler hat sie auch Musiker, Experten, Wissenschaftler und Politiker eingeladen, mit „Störungen“, „Performances“ und „Interventionen“ das Markttreiben zu unterbrechen. Sie werden unter anderem Thesen verlesen, rezitieren, deklamieren, Vorträge halten und Installationen vorbereiten, bei denen Besucher eingebunden sind.
Zahlreiche regionale Künstler und Gäste werden erwartet, etwa Erika Stürmer-Alex und Sophie Natuschke, Schauspieler des Zollbrücker „Theaters am Rand“, der Kulturwissenschaftler und Oderbruchpavillon-Betreiber Kenneth Anders, ebenso der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz. „Es gibt ein Bedürfnis, auf dem Markt nicht nur einkaufen zu gehen, sondern auch miteinander ins Gespräch zu kommen“, ist Almut Undisz’ Erfahrung vom vergangenen Kunstmarkt, bei dem vor allem die CO2-Speicherung Diskussionsstoff lieferte und eine Bürgerbewegung einen Stand in der Kirche einrichten durfte.
„Überraschungsweise“ und „sehr kurz“ sollen die Intermezzi am Wochenende ablaufen. „Es ist ein bisschen ein Experiment“, sagt Almut Undisz, die neugierig ist, was am Zeitplan funktionieren wird und was nicht. Fest steht für sie aber bereits jetzt, dass das Performance-Konzept zu einem Merkmal des September-Marktes werden soll.
4./5.9., Fachwerkkirche Wilhelmsaue, Dorfstraße, Letschin OT Wilhelmsaue, Sa 12–18 Uhr, So 13–17 Uhr,
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