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Ruth Buder 31.08.2010 19:04 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Robin Wood am Dicken Turm

Beeskow (moz) Mehrere hundert Teilnehmer werden am Sonnabend in Beeskow zu einer Kundgebung gegen die geplante CO2-Verpressung erwartet. Veranstalter ist die Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“. Zu Beginn wollen Robin-Wood-Akteure in einer Abseilaktion am Dicken Turm ein Transparent enthüllen, den Reden und Statements schließt sich ein Rahmenprogramm mit Live-Musik an. Vorgesehen ist auch eine „Widerstands-Modenschau“.

  Bereiten die Kundgebung vor: Udo Schulze (l.) und Mike Kess, beide Vorsitzende der Bürgerinitiative. © Buder

Der stille Protest der Bürger in und um Beeskow, der sich derzeit mit unzähligen gelben Kreuzen und Plakaten gegen seismische Untersuchungen und CO2-Verpressung zeigt, soll lauter werden. Die Bürgerinitiative lädt für Sonnabend auf den Beeskower Marktplatz zu einer großen Kundgebung ein.

Zu Beginn ist eine spektakuläre Abseilaktion geplant: Am Dicken Turm lassen gegen 16.30 Uhr Akteure von Robin Wood ein riesiges Banner herab. Zur gleichen Zeit spielt auf dem Marktplatz zur Einstimmung das Jugendblas-
orchster der Musikschule, gegen 16.55 Uhr läuten die Glocken von St. Marien. Danach gibt es von der Bühne Reden und Statements von Udo Schulze (Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“), Karsten Smid (Greenpeace), Frank Steffen (Bürgermeister von Beeskow), Ulf Stumpe (BI „CO2-Contra Endlager“ Neutrebbin), Christoph Haase als Vertreter der Jugend, Thomas Burchhardt (Klinger Runde/Gegner weiterer Braunkohletagebaue) und Axel Kruschat (BUND). Der Brandenburger Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Die Linke) habe abgesagt, hieß es.

Vorgesehen ist auch eine Widerstands-Modenschau. Diese hat Ute Lein, Mitglied der Bürgerinitiative, in ihrer Verantwortung. Alle, die sich in einem originellen Outfit präsentieren möchten, werden fotografiert und per Beamer auf eine Leinwand projiziert, damit alle Teilnehmer gut sehen können. Die originellsten Outfits werden gegen 18.45 Uhr prämiert, dafür haben lokale Unternehmen Preise zur Verfügung gestellt. Friseurmeister Wilk Müller, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative, spendiert zum Beispiel einen Friseurgutschein.

Nachdem mehrere hundert Luftballons zum Himmel aufsteigen werden, beginnt der kulturelle Teil des Abends. Dem Protestsänger Reinhard Rochlitz folgt die Schülerband „Bunch of Fools“, die bereits bei der Langen Nacht mit ihrem stimmungsvollen Irish Folk begeisterte. Zum Finale – Ende ist gegen 22 Uhr – spielt die Rockband Serious - P.

Udo Schulze und Mike Kess, die beiden Vorsitzenden der Bürgerinitiative, sind sich sicher, dass die Menschen der Region, auch in Frankfurt, Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde, für das Thema sensibilisiert sind. Mit der Veranstaltung sollen weitere Informationen und Positionen vermittelt werden, um den Befürwortern der 
CCS-Technologie ein klares Nein entgegenzusetzen. Problematisch sei, dass – außer bei den Grünen – zu diesem Thema ein Riss durch alle Parteien gehe, es keinen „geschlossenen Block“ gebe. Die Bevölkerung dürfe sich nicht von Aussagen, tausende Arbeitsplätze in der Braunkohle seien ohne CCS-Technologie bedroht, einschüchtern lassen. „Vattenfall bietet in Brandenburg 5000 Arbeitsplätze, im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es 11 000. Da sieht man, wo die Zukunft liegt“, sagt Mike Kess und betont: „Auch wir wollen keinen abrupten Abbruch, aber einen mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohle.“

Kess kennt sich aus in Protestbewegungen. Der Berliner war 2009 Sprecher der Bürgerinitiative „Nein zum Kohlekraftwerk“, das nicht gebaut wurde. Auf die Anti-CO2-Bewegung in der Region wurde er aufmerksam, weil er Ende vergangenen Jahres die Plakate in Wendisch Rietz sah, wo ein Teil seiner Familie wohnt.

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