Jamikow (moz) Ob Hausaufgaben, Bewerbungen oder Job – ein Leben ohne schnelles Internet ist kaum noch möglich. Doch während die Orte rund um Jamikow und Schönow Anträge für Breitband-DSL gestellt haben, regt sich im zuständigen Amt Oder-Welse wenig. Die Gemeinde Passow hatte das Anliegen der Ortsteile abgelehnt.
Mehr als 30 Einwohner von Jamikow kamen zu einer Bürgerversammlung zusammen. Das Thema war klar: Die Menschen wollen schnelles Internet. „Das Land Brandenburg hat die Defizite im ländlichen Bereich erkannt und deswegen beschlossen, den Breitbandausbau mit Fördermitteln zu unterstützen“, erklärt Jörg Skiera aus Schönow den Anwesenden.
Unberücksichtigt blieb, dass die Fördergelder auf Eis liegen, weil das Land auf die EU-Zuschüsse wartet, die frühestens 2011 ausgezahlt werden. Während das Amt Gartz für seine Ortsteile bereits Bedarf signalisiert und Fördergelder beantragt hat, regt sich im Amt Oder-Welse nichts. Denn in der zuständigen Gemeinde Passow wurde das Anliegen der Ortsteile abgelehnt. „Die in Passow haben ja auch schnelles Internet“, schimpfen die Jamikower.
Die Gemeinde müsste einen Eigenanteil leisten für die DSL-Leitung. „Statt endlich in Jamikow und Schönow etwas zu machen, wird lieber in Passow ein Fußweg erneuert“, sagt der Schönower Ortsvorsteher Stefan Hildebrand. Bei der Abstimmung in der Gemeindevertretung waren die zwei Vertreter aus Schönow nicht anwesend. Die zwei Jamikower stimmten für die Aufnahme in den Haushalt, zwei weitere Vertreter dagegen, der Rest enthielt sich. „Jamikow kann den Punkt Breitbandausbau nun nicht mehr auf die Tagesordnung bringen“, erklärt Stefan Hildebrand. Lediglich Schönow hat diese Möglichkeit noch.
„Wir müssen als Einwohner bei der nächsten Sitzung dabei sein und den Passowern deutlich machen, dass sie auch für ihre Ortsteile verantwortlich sind“, ist die einheitliche Meinung. Fred Habermann fasst es zusammen: „Um alles muss man betteln. Dabei gehen die Dörfer sonst ein. Wer Kinder hat, der braucht schnelles Internet. Nach und nach ziehen Familien und Firmen sonst weg.“
Amtsdirektor Detlef Krause versteht das Problem nicht. „Die Telekom hat uns gesagt, dass in Jamikow eine 1000-Mbits/s-Leitung liegt“, sagt er. „Jamikow sei damit zu 100 Prozent abgedeckt, Schönow zu 80 Prozent.“
Das sei korrekt, bestätigt der Jamikower Ortsbürgermeister Jörg Gerber. Die tatsächliche Geschwindigkeit aber betrage nur 0,1 bis maximal 0,3 Mbits/s. Nur wenig besser als mit einem Modem, ist es nun kaum möglich, Videos und ähnliches im Internet zu schauen.
Während in Jamikow, Schönow und Passow noch diskutiert wird, beginnen die Stadtwerke Schwedt mit der Erschließung der Ortsteile Kunow, Kummerow, Hohenfelde und Stendell. Gespräche mit den Stadtwerken zu den Passower Ortsteilen hätten bereits stattgefunden, teilt der Amtsdirektor mit. „Doch im Haushalt, dem auch die Ortsteile zugestimmt haben, ist kein Geld“, macht er deutlich.
Bauern brauen? Bio-Kraftstoff Genossenschaften in der Landwirtschaft sind manchem verpönt. Dennoch wollen Landwirte im Amt Gartz eine Genossenschaft... mehr
Seit Monaten fiebert der Modellsportclub Schwedt diesem Wochenende entgegen: Erstmals überhaupt sind die Oderstädter von heute bis Sonntag Gastgeber... mehr
Die Mittelkürzungen des Bundes bei den MAE-Maßnahmen, den sogenannten Ein-Euro-Jobs, treffen insbesondere die ländlichen Regionen hart. Förderungen... mehr
Ralf Kothe ist am Freitagabend auf der Mitgliederversammlung der CDU Brieselang zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Er löst damit Michael Koch ab, der aus persönlichen Gründen nicht mehr angetreten war. Die Mitglieder der CDU in Brieselang... mehr
