Seelow (moz) Der Behindertenverband Seelow und Umgebung hat gestern sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Gedankt wurde nicht nur den ehrenamtlich Tätigen im Verein, sondern auch den zahlreichen Partnern und Sponsoren, ohne die der Verband nicht bestehen könnte.
Eine kleine Schar traf sich im Sommer 1990, um einen Verband aus der Taufe zu heben. Eine der Initiatorinnen war Medizinalrätin Dr. Hertha Grampe. Sie drängte Behinderte und deren Angehörige förmlich, sich zusammenzuschließen. „Das war wichtig“, resümierte Roswitha Fechner, langjährige Vorsitzende des Vereins. Sie betreute einen schwer behinderten Mann. Viele einstige Freunde zogen sich damals zurück, weil die Familie nicht mehr an allem teilnehmen konnte. Im Verband, dessen erster Vorsitzender Klaus Meyer war, habe sie eine neue Aufgabe und Heimstatt gefunden. „Gemeinsam statt einsam“ habe auf dem ersten Fahrzeug des Vereins gestanden. Das sei bis heute die Prämisse.
Richard Priemuth, stellvertretender Verbandsvorsitzender, erinnerte in seiner Festrede an 20 Jahre mit Höhen und Tiefen. Man sei stets seinem Hauptziel treu geblieben, der Integration Behinderter in das gesellschaftliche Leben. Sportliche Aktivitäten, viele gemeinsame Nachmittage, regelmäßige Fahrten in die Schwimmhalle nach Fürstenwalde und die Therme Bad Saarow, Gymnastiktreffs in der Geschäftsstelle sowie gemeinsame Urlaubsfahrten sind Erlebnisse, die alle zusammenschweißen und neuen Lebensmut geben.
Mehrmals stand der Verband auf der Kippe, weil Akteure im Vorstand fehlten. Priemuth gehörte zu denen, die den Verband mit aus dem Tief holten. Mit Helga Mehlberg, die seit einem Jahr den Verbandsvorsitz führt, habe man nun eine engagierte neue Vereinsvorsitzende gefunden, so Priemuth. Er dankte allen, die den Verband bisher begleitet haben. Dazu gehören vor allem die Stadt und die Wohnungsbaugesellschaft, die Räume für die Geschäftsstelle zur Verfügung stellte, aber auch das Amt Golzow und die Gemeinde Letschin, die Sparkasse und der Landkreis. Dank galt ebenso dem Jobcenter sowie der Arbeitsfördergesellschaft Stienitzsee, über die seit Jahren geförderte Stellen gesichert werden. Denn bei allem Ehrenamtlichen Engagement gehe es letztlich doch nicht ganz ohne Geld, so Seelows Bürgermeister Jörg Schröder. Er sicherte auch künftig die Unterstützung der Stadt und der Sewoba zu. Der Verband verhandelt derzeit mit der Sewoba über einer Erweiterung der Räumlichkeiten.
Kulturhausleiterin Kerstin Niebsch erinnerte an das Drängen auch des Behindertenverbandes für den Einbau eines Fahrstuhls im Kreiskulturhaus. Das sei der erste Wunsch gewesen, den 2002 Barbara Suttner an sie als neue Kulturhausleiterin herangetragen habe. 2008 sei er endlich erfüllt worden. Das Haus sei nun auch für Behinderte in allen Etagen nutzbar
Petra Rozinat vom Landkreis übergab einen Gutschein über 533,57 Euro. Das sei genau der Betrag, der nach Abzug der Druckkosten für die neue Sportbroschüre des Kreises, die durch Anzeigen gesponsert wurde, übrig blieb. Man habe sich entschieden, sie dem Behindertenverband zu übergeben. Der braucht Geld, um z.B. ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Zum Festveranstaltung gab es Auszeichnungen.
20 Jahre aktive Mitgliedschaft: Ingeborg Borchardt, Ursula und Andreas Binte, Ruth und Reinhard Dumke, Gerda Linde, Jörg Scheckel, Roswitha Fechner, Barbara Suttner, Elfriede und Margit Schilling, Gisela Schneider
Ehrenmitgliedschaft: Roswitha Fechner, Gerhard Schulz, Barbara Suttner, Wolfgang Suthau
Ehrung: Richard Priemuth
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